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Türkei auf Rang 6 bei Auslandsverschuldung

16.10.2020 17:36 Uhr

Laut einem Bericht der Weltbank war die Türkei von 120 Ländern mit niedrigem und mittlerem Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf dem 6. Rang bei den höchsten Auslandsverschuldungen. Setzt man das Bruttoinlandsprodukt ins Verhältnis für das Ranking, belegt die Türkei sogar nach Argentinien den 2. Platz. Die kurzfristigen Auslandsschulden der Türkei beliefen sich Ende August auf 113,38 Milliarden Euro, so die türkische Zentralbank in einer Erklärung am Freitag.

Die Weltbank hat am Mittwoch ihren Bericht zur internationalen Schuldenstatistik 2019 veröffentlicht. Abgefangen wurden die Länder mit einem niedrigen oder mittleren Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Türkei war Ende 2019 mit 440,9 Milliarden Dollar (rund 367,1 Milliarden Euro) Auslandsverschuldung auf dem 6. Rang der höchsten Auslandsverschuldung. Die Auslandsschulden mit Fälligkeit von einem Jahr oder weniger stiegen im August im Vergleich zum Ende 2019 um 7,8 Prozent.

Die meisten Schulden hat die Türkei in Dollar

Aufgeschlüsselt nach Währungen lauteten 41,7 Prozent der Schuldtitel in Dollar, 29,3 Prozent in Euro, 13,4 Prozent in türkischer Lira und 15,6 in anderen Währungen.

Die kurzfristigen Auslandsschulden der Banken stiegen um 4,8 Prozent auf 50,2 Milliarden Euro, während die kurzfristigen Auslandsschulden anderer Sektoren im gleichen Zeitraum um 9,1 Prozent auf 45,83 Milliarden Euro zurückgingen.

Schulden der Privathaushalte gehen zurück

Der Rest des Betrags – rund 17,59 Prozent – gehörten der Zentralbank. Ende des Jahres lag der Betrag noch bei 7,17 Milliarden Euro. "Von Seiten der Kreditnehmer stieg die kurzfristige Verschuldung des öffentlichen Sektors um 10,6 Prozent auf 19,39 Milliarden Euro. "Und die kurzfristigen Schulden des Privatsektors gingen gegenüber Ende 2019 um 5,9 Prozent auf 84,5 Milliarden US-Dollar zurück", sagte die Bank in einer Erklärung.

Die Daten zeigten, dass die kurzfristigen Devisenkredite, die die Bank aus dem Ausland erhielten, um 10,3 Prozent auf 7,26 Milliarden Euro gestiegen sind. Die Deviseneinlagen gebietsfremder Banken bei gebietsansässigen Banken stiegen im August gegenüber Ende 2019 um 3,2 Prozent auf 18,53 Prozent. Die Zentralbank stellte außerdem fest, dass die türkischen Lira-Einlagen von Ausländern um 20,1 Prozent zunahmen und bei 14 Milliarden Euro lagen.

(an)

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