Hürriyet

Türkei: Archäologen entdecken Wikinger-Viertel in Istanbul

27.8.2020 22:10 Uhr

Archäologen der Türkei haben in der Nähe der antiken Stadt Bathonea am Kücükcekmece-See (Istanbul) ein Wikinger-Viertel entdeckt. Das berichtet die türkische Tageszeitung "Milliyet".

"Wir sind schon länger auf den Spuren der Wikinger, die in Istanbul zwischen dem achten und dem 11. Jahrhundert in verschiedenen Epochen lebten. Das jetzt entdeckte Siedlungsgebiet lässt sich auf das zehnte Jahrhundert zuordnen", sagte Sengül Aydingün, die Leiterin des Grabungsteams mit 75 Mitarbeitern.

Bisherige These wird bestätigt

Den Experten zufolge kamen die Wikinger als Söldner oder Händler in die Region. Da die Herrscher von Konstantinopel befürchteten, dass Wikinger Bathonea erobern könnten, durften sie morgens in kleinen Gruppen von maximal 35 Personen die Stadt betreten und mussten vor Sonnenuntergang wieder draußen sein.

Daher konnten sich die Wikinger auch nur in der Nachbarschaft von Bathonea niederlassen, so die bisherige These der Wissenschaftler. "Mit der Entdeckung des Siedlungsgebiets haben wir dafür nun einen eindeutigen Beweis gefunden", so Aydıngün.

Klarer Hinweis auf Wikinger

Dass es sich auch tatsächlich um Wikinger handelt, zeigen andere Entdeckungen der Ausgrabungen. "Wir fanden ein Kreuz aus Ambra, das damals nur in Nordeuropa gefunden wurde, wo die Wikinger ursprünglich herkamen. Und eine Halskette, auf der eine Schlange abgebildet ist. Ein Mythos besagt, dass die Schlange Jörmangandr eines der Symbole des Wikingerkönigs Ragnar darstellt", erklärte Aydıngün.

Die Wikinger waren ein Volk aus Südskandinavien, das vom achten bis zum späten 11. Jahrhundert in weiten Teilen Europas zu Land und See Raubzüge, aber auch normalen Handel betrieb.

(bl)

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