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Türkei: Anwalt der deutschen Botschaft in Ankara freigesprochen

12.11.2020 14:26 Uhr

Ein Kooperationsanwalt der Deutschen Botschaft in der Türkei ist vom Vorwurf der Spionage freigesprochen worden. Das Gericht in Ankara sah auch keine Beweise für die Vorwürfe einer Verletzung der Privatsphäre und des Erwerbens oder Verbreitens persönlicher Daten, wie sein Verteidiger Levent Kanat der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ein weiterer angeklagter Anwalt sei ebenfalls in allen Anklagepunkten freigesprochen worden.

Sein Mandant sei "sehr glücklich" über das Urteil, sagte Kanat. Vertreter der Deutschen Botschaft und der Botschaften Norwegens, der Niederlande und Schwedens hätten die Verhandlung beobachtet.

Verschiedene Dokumente bei Yilmaz S. gefunden

Der Kooperationsanwalt Yilmaz S. war im September 2019 verhaftet worden und ein halbes Jahr später aus der Untersuchungshaft freigekommen. Der Fall war besonders brisant, weil S. den Auftrag hatte, Angaben von Türken zu überprüfen, die in Deutschland Asyl beantragt hatten.

Nach Angaben des Bundesamts für Migration (Bamf) vom Januar hatte er zum Zeitpunkt der Festnahme Vorgänge zu 59 Asylverfahren bearbeitet, die 113 Menschen betreffen. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass bei Yilmaz S. Protokolle zu Personen für verschiedene europäische Botschaften gefunden wurden. Mehr als 900 Dokumente betrafen demnach die Deutsche Botschaft.

(bl/dpa)

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