DHA

Türkei: 60-Jähriger erschießt 39-jährige Ehefrau in Adana wegen Textnachricht

5.10.2020 16:46 Uhr

Erneut ist es in der Türkei in Adana zu einem Femizid gekommen. Abdullah K. (60), der mit seiner Ehefrau in einer religiösen Ehe verheiratet war, hat Hülya Güllüce (39 †) in Adana mit einer Pistole erschossen. Ausschlaggebender Grund für die Bluttat war eine Nachricht mit "Guten Morgen, meine Liebe" auf ihrem Telefon. Abdullah K. wurde festgenommen und in U-Haft genommen.

Der Vorfall ereignete sich am 4. Oktober um 07:00 Uhr Ortszeit im 2. Stock des Wohnhauses im Belediye Evleri Mahallesi im Zentralbezirk von Cukurova. Nach den polizeilichen Befragungen erwachte die 17-jährige Tochter durch den Lärm in der Wohnung Hauses und sah ihre Mutter Hülya Güllüce blutüberströmt auf dem Boden liegen. Nachdem das junge Mädchen sofort den Notruf wählte, wurden zahlreiche Polizei- und Ärzteteams zum Tatort entsandt. Doch die Rettungsteams konnten vor Ort nur noch den Tod der Frau feststellen. Bei der ersten Inaugenscheinnahme am Tatort durch die Polizei wurde festgestellt, dass die Frau mit einer Pistole in den Kopf und in verschiedene Körperteile geschossen wurde.

Frauen tragen das Femizid-Opfer zum Beerdigungsgebet

Mit Pistole zum "Versöhnungsgespräch"

Hülya Güllüce, die als Manager eines Fitnessstudios arbeitete, lebte mit Abdullah K. zusammen, mit dem sie in einer nach religiösem Recht vorgenommen Trauung verheiratet war. Das Paar hatte seit geraumer Zeit fortwährende Streits und die Frau wollte Abdullah K. verlassen. Das sollte aber dann stattfinden, wenn die Tochter volljährig wäre. Der Chef der Mordkommission der Sicherheitsdirektion der Provinz, der den Mordfall bearbeitet, stellte fest, dass Abdullah K. am Morgen nach dem Mord die Wohnung verließ und mit dem Auto davonfuhr. Abdullah K., der im Bezirk Yüzüncüyil im Auto saß, wurde kurz darauf von Polizei-Teams festgenommen. Die Waffe, mit der Abdullah K. Güllüce getötet hatte, wurde ebenfalls im Auto beschlagnahmt.


Hülya Güllüce hinterlässt eine 17-jährige Tochter

In der ersten Aussage von Abdullah K., der zur Befragung auf die Polizeistation gebracht wurde, teilte er den Beamten mit, dass er vermutet hatte, dass seine Frau ihn eine Weile betrogen hatte. Er sei an dem Morgen in das Haus gekommen, um das Problem zwischen ihnen zu lösen. Er ließ sich weiterhin ein und sagte, dass er die Nachricht "Guten Morgen, meine Liebe" gesehen habe. Daraufhin habe er seine Frau mit der Waffe getötet, die er mitgebracht habe. Warum er mit einer scharfen Waffe zu einem "Versöhnungsgespräch" fuhr, wird sicher Gegenstand der Gerichtsverhandlung werden. Nach der polizeilichen Befragung wurde der 60-Jährige dem Gericht überstellt, um von dort in U-Haft genommen zu werden.

Frauen tragen den Leichnam zu Grabe

Nachdem die Pathologie den Leichnam zeitnah freigab, wurde die Beerdigung von Hülya Güllüce (39 †) am Montag durchgeführt. Die Leiche, die zum Begräbnisgebet auf den Kabasakal-Friedhof gebracht wurde, wurde von Frauen getragen. Die 17-jährige Tochter der Ermordeten konnte den Moment kaum ertragen. Hülya Güllüces Vater, Mehmet Ali Güllüce, sagte: "Wir sind dort, wo Worte nicht mehr ausreichen. Es gibt nichts zu tun."

Abdullah K. auf dem Weg zum Gericht in U-Haft

Der Bürgermeister der Metropolregion Adana, Zeydan Karalar, der zur Beileidsbekundung anwesend war, sagte: "Wenn wir Osmaniye und Mersin in einer Woche mit einbeziehen, fanden drei der fünf begangenen Femizide in Adana statt. Dies sollte uns zum Nachdenken bringen. Der Kampf gegen die Gewalt gegen Frauen besteht nicht nur darin, Kritik zu üben und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die Frau muss wieder ihren Platz in der Gesellschaft erhalten. Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem Frauen frei sein, aufstehen und sich ausdrücken können. Wir verurteilen Gewalt gegen Frauen." Der Leichnam der ermordeten Hülya Güllüce wurde nach dem Gebet von den Frauen zu Grabe getragen. Der Bürgermeister von Cukurova, Soner Cetin, der Bürgermeister von Seyhan, Akif Kemal Akay und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen nahmen ebenfalls am Trauergebet teil.

Beisetzung unter öffentlicher Anteilnahme
(ce)

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