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Türkei: 27-jährige Pinar Gültekin von Ex-Freund in Mugla ermordet

21.7.2020 18:52 Uhr

Fünf Tage lang galt die Studentin Pinar Gültekin in der Türkei als vermisst. Dann nahm man einen Mann fest und der verriet den Fundort ihrer Leiche. Die 27-Jährige wurde in der Provinz Mugla von ihrem Ex-Freund nach einem Streit erwürgt. Anschließend versuchte der 32-Jährige die Leiche zu verbrennen, stopfte sie in eine Mülltonne und übergoss sie mit Beton. Die Polizei verhaftete den Ex-Freund Cemal Metin A. und Familienministerin Zehra Selcuk versprach die härteste Strafe für den Mörder.

Pinar Gültekin soll sich am Donnerstag, den 16. Juli mit ihrem Ex-Freund getroffen habe. Gemeinsam seien sie zu einem Landhaus gefahren, wo ein Streit über Eifersucht ausbrach, so der geständige Cemal Metin A. in seiner Aussage. In dem Streit habe er die Nerven verloren und Pinar Gültekin solange geschlagen, bis sie ohnmächtig geworden sei. Dann habe er sie erwürgt. Um seine abscheuliche Tat zu vertuschen, sei der Mann daraufhin in ein Waldgebiet gefahren und habe dort versucht, sich der Leiche zu entledigen.

Schwester und Mutter eilten nach Mugla

Nachdem die Schwester der Ermordeten, Sibel Gültekin, die mit dem Rest der Familie in Istanbul lebt, ihre kleine Schwester telefonisch nicht erreichen konnte, fuhr sie kurzentschlossen gemeinsam mit der Mutter Sefika Gültekin nach Ula in Mugla, um bei der zuständigen Gendarmerie eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Zuletzt wurde Pinar Gültekin in der Nähe eines Einkaufszentrums gesehen, woraufhin die Sicherheitskameras in der Umgebung gesichtet wurden. Dabei fiel ein Mann an einer Tankstelle auf, der eine große Menge Benzin im Kanister kaufte. Die Gendarmerie hängte sich an A.s Spur und konnte den Mann am Montagabend in seiner Wohnung festnehmen.

Cemal Metin A. gestand den Mord an Pinar Gültekin

Cemal Metin A. war sofort geständig. "Ich hatte einen Eifersuchtsanfall. Wir haben uns gestritten, sie hat mich angegriffen, dabei ist sie gestorben. Ich wollte ihre Leiche entsorgen. Erst habe ich versucht, sie zu verbrennen. Es hat nicht geklappt, ich habe es nicht geschafft. Danach habe ich sie in eine Mülltonne gesteckt und Beton draufgeschüttet, ich wusste, dass ich erwischt werden würde. Ich habe sie sehr geliebt, war ausweglos. Ich bereue es sehr. Als wir aufs Land fuhren, hatte ich nicht vor, sie zu töten. Ich wollte mich mit ihr vertragen und zusammen sein", soll der Täter gesagt haben.

Bruder: Sie sagte ihm, er solle nie wieder anrufen

Der Bruder der Getöteten, Vedat Gültekin, erzählt, dass seine Schwester den Betriebsleiter einer Bar als ledig kennengelernt habe. Doch als sie erfuhr, dass er nicht nur verheiratet sei, sondern auch ein Kind habe, hätte sie ihm gesagt, sie nie wieder anzurufen.

Die trauernde Familie muss auf die Freigabe der Leiche warten, da DNA-Tests nötig seien, um sie zweifelsfrei zu identifizieren. "Pinar wollte ihre letzten Prüfungen ablegen und zum Opferfest nach Hause kommen. Sie war jemand, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte. Wie Özgecan Aslan war sie unschuldig und wurde das Opfer eines Frauenmords", so Vedat Gültekin.

Entrüstung und Trauer auf den Sozialen Medien

Der brutale Mord an Pinar Gültekin sorgte für einen Aufschrei in der Türkei. Zahlreiche Prominente sprachen ihr Beileid auf und wiesen auf das große Problem der Gewalt gegen Frauen hin. Auch die großen Fußballklubs wie Besiktas, Galatasaray und Fenerbahce machten Statements auf den sozialen Medien. So schrieb Besiktas: "Das Lachen einer weiteren Frau ist erloschen. Wir haben Pinar verloren. Es reicht!".

Die Popsängerin Hadise schrieb: "Seit ich die Nachricht gesehen habe, fange ich immer wieder an zu schreiben und lösche es wieder. Verfluchen, beleidigen, verurteilen, wir haben alles getan. Aber immer noch wurde keine Lösung für das Problem der Gewalt gegen Frauen gefunden. Ich bin so traurig, Pinar." Basketballer Cedi Osman schrieb: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Als Mann schäme ich mich, wenn ich diese Nachricht sehe. Ich hoffe, dies war das letzte Mal. Gehe in den Himmel, Pinar."

(be)

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