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Türkei: 20-Jähriger in Ankara nach Streit um Musik getötet – Drei Festnahmen

2.6.2020 9:59 Uhr

Am Sonntagabend starb der 20-jährige Baris Cakan in Ankara, der Hauptstadt der Türkei, nach einem Streit mit anschließender Messerattacke. Zwei Männer und ein Jugendlicher wurden als Tatverdächtige festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Am Sonntagabend soll ein Freund Cakans eine Gruppe von Männern, die in ihrem Auto während des Gebetsrufs (Ezan) laut Musik hörten, aufgefordert haben, diese leiser zu machen. In dem daraus entstandenen Streit zog einer der Männer ein Messer und stach auf den 20-Jährigen ein. Während Cakan in ein Krankenhaus gebracht wurde, ließen sich die Männer widerstandslos festnehmen. Trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals konnte Baris Cakan nicht gerettet werden.

Gerüchte auf den Sozialen Medien

Nachdem in den sozialen Medien zunächst berichtet wurde, dass Baris Cakan getötet wurde, weil er kurdische Musik hörte, wurde dies sowohl von den Ermittlern als auch dem Vater des Opfers als Motiv des Streites verneint.

Eine schriftliche Erklärung des Gouverneursbüros von Ankara meldet:" Der Vorfall hat sich nicht, wie behauptet wird, ereignet, weil der Getötete und sein Freund kurdische Musik gehört haben, sondern ganz im Gegenteil, weil sie die Verdächtigen aus dem Auto aufgefordert haben, ihre Musik während des Gebetsrufs runterzudrehen. Dies ist die Aussage des Freundes des Ermordeten, B. A."

Drei Verdächtige festgenommen

Wie aus einer Erklärung der Staatsanwaltschaft in Ankara hervorgeht, wurden drei Männer festgenommen, nachdem sie einem Haftrichter vorgeführt wurden. K. Y. und A. B. sowie der Minderjährige Ö. Y. werden sich nun vor Gericht verantworten müssen. Die Ermittlungen würden durch die Staatsanwaltschaft mit der größten Sorgfalt durchgeführt, so die Erklärung.

Vater fordert harte Strafen

Auch der Vater des Getöteten, Nihat Cakan, der kurz nach der Tat am Tatort eintraf, stützt diese Aussage: "Der Freund meines Sohnes hat die Männer im Auto ermahnt und gesagt "Der Gebetsruf ertönt. Seid nicht respektlos", daraufhin habe einer der Verdächtigen gefragt, "ob der das Muslimischsein von ihm lernen müsse". Dann ist ein Streit ausgebrochen. Die Freunde meines Sohnes sind weggelaufen, nur mein Sohn ist zwischen den Angreifern geblieben." Der Vater fordert eine harte Bestrafung für die Verdächtigen.

Ein anderer Zeuge sagte aus, dass Baris Cakan versucht habe zu flüchten, nachdem er mit dem Messer verletzt worden sei und in einem nahegelegenen Garten zusammengebrochen sei. Eine zufällig anwesende Krankenschwester habe die Erstversorgung übernommen.

Beileidsbesuch von Innenminister Soylu

Wie die türkische Nachrichtenagentur Demirören berichtet, habe der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Montagabend die Familie des Opfers besucht, um sein Beileid auszudrücken.

(be/DHA)

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