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TÜIK: Türkische Hightech-Exporte steigen

12.10.2020 18:12 Uhr

Nach Angaben des türkischen statistischen Amtes sollen die türkischen Exporteure den Anteil der Hochtechnologieprodukte an den Gesamtexporten erhöht haben. Dem lägen, so meldet es die staatliche Nachrichtenagentur, die verstärkten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Landes sowie die staatliche Unterstützung zu Grunde.

Der Anteil der Hochtechnologieprodukte an den Gesamtexporten der Türkei soll in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gestiegen sein – von 3,2 Prozent auf 3,4 Prozent. Nach Angaben des türkischen statistischen Amtes lag die Quote im August ebenfalls bei 3,2 Prozent gegenüber drei Prozent im August 2019. Die Türkei bietet Unternehmen, die Hochtechnologie produzieren, Anreize und Unterstützung, einschließlich Steuer- und Prämienrabatte. Ismail Gülle, Leiter der türkischen Exporteursversammlung (TIM), sagte, die türkischen Hochtechnologieexporte seien in den letzten Jahren weiter gestiegen und die Exporte in vielen Bereichen hätten zugenommen, was einen hohen Mehrwert habe.

Mehr Augenmerk auf Exporte von Produkten mit Wertschöpfung

Zu den Hochtechnologie-Produkten gehören Armbanduhren, Luftfahrzeuge, Herzschrittmacher, Medikamente, Flugzeugteile, medizinische Geräte, optische Geräte und elektronische Schaltkreise. "Die Gesamtexporte unserer Produkte mit hoher Wertschöpfung mit einem Wert von mehr als 10 US-Dollar (rund 8,45 Euro) pro Kilogramm stiegen im September. Die Exporte dieser Produkte beliefen sich im September 2019 auf 3,64 Milliarden US-Dollar (rund 3,08 Milliarden Euro) und erreichten im letzten Monat 4,09 Milliarden US-Dollar (rund 3,46 Milliarden Euro) mit einer Steigerung von 12 Prozent.", sagte Gülle.

Konfektions- und Bekleidungsindustrie-Exporte steigen

Im September sollen nach amtlichen Quellen die Exporte mit der höchsten Wertschöpfung - 50 Dollar (rund 42,25 Euro) pro Kilogramm - 656 Millionen US-Dollar (554,48 Millionen Euro) betragen haben, sagte er. Er betonte, dass die Sektoren mit den höchsten Exporten mit Mehrwert die Schmuck-, Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie, Konfektions- und Bekleidungsindustrie, Leder und Lederwaren, Tabak und Automobilindustrie seien.

Insbesondere die positive Exportleistung der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie sowie der Konfektions- und Bekleidungsbranche habe einen großen Beitrag zum Export der türkischen Mehrwert- und Hightech-Produkte geleistet, so Gülle.

Innovationen gefragt

Er sagte, dass der Exportwert pro Kilogramm im Verteidigungs- und Luftfahrtsektor bei mehr als 60 US-Dollar (rund 50,70 Euro) liegen soll und der Wert im Konfektionsbereich bei rund 15 US-Dollar (rund 12,68 Euro) läge. In der Automobilindustrie, dem größten Exportfeld der Türkei, betrage der Wert pro Kilogramm sieben Dollar (rund 5,92 Euro). Gülle gab ferner an, der Nachfragerückgang in den Sektoren Automobil und Verteidigungsluftfahrt habe in den letzten Monaten zu einem Rückgang der Exporte geführt, aber die Sektoren seien seit September wieder zu den Exportzahlen von vor der Pandemie zurückgekehrt.

"Unsere Konfektionsbranche setzt in den letzten Monaten ihre zweistellige Wachstumsleistung bei den Exporten fort. Wir glauben, dass es in den kommenden Monaten in all diesen drei Sektoren Rekorde bei den Exporten geben wird", gab er an. "Mit Forschung und Entwicklung (F & E) und Innovation haben unsere Unternehmen die Möglichkeit, ihre Exporte und Produktion mit Mehrwert in kurzer Zeit zu steigern." Er sagte, dass die durchschnittlichen F & E-Ausgaben unter den ersten 1000 größten Exporteuren des Landes viel höher sind als die F & E-Ausgaben der gesamten Unternehmen des Landes. Jeder Anstieg der F & E-Ausgaben um eine Einheit führe zu einem Anstieg der Exporte um 0,24 Einheiten.

Steigende Nachfrage nach türkischen Waren

Ersin Sahin, General Manager des türkischen Dieselmotorenherstellers Erin Motor, sagte: "Wir stehen am Anfang des Weges in Bezug auf Hochtechnologieexporte, um das von uns angestrebte Wohlfahrtsniveau zu erreichen. Diese Zahl sollte zehn bis 15 Prozent erreichen. Es erfordert ein wenig Geduld, da die Produktion von Hochtechnologie langjährige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erfordert. Aber es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte er.

Er betonte, der größte Nachteil der High-Tech-Fertigung in der Türkei sei der Mangel an qualifiziertem Personal - Unternehmen müssen Mitarbeiter schulen und dies erfordert Zeit und Kosten. "Und der größte Vorteil ist, dass Sie ständig vom Staat, den Universitäten und der Privatwirtschaft unterstützt werden", sagte er. Gerade in dieser Pandemie wachse das Interesse und Vertrauen in türkische Produkte, so Sahin. Er betonte, "made in Turkey" sei auf dem Weltmarkt wertvoll.

Bedeutung der Unterstützung

"Unser Hauptprodukt ist der Dieselmotor, der hauptsächlich in Generatoren verwendet wird. Wir erhalten mehr Anforderungen von Ländern mit Infrastrukturproblemen. Afrikanische Länder südlich der Sahara stehen an der Spitze", sagte er. "Während wir in der Qualität mit Europa konkurrieren, konkurrieren wir auch im Preis mit Asien." Er sagte auch: "Die Unterstützung, die wir von Organisationen wie Foreign Economic Relations Board und TIM erhalten, spielt eine wichtige Rolle beim Eintritt in Märkte, die Sie nicht gut kennen, wie Afrika."

Unternehmen die nicht auf der Exportseite aktiv seien, sollten geduldig sein und versuchen, ein gutes Produkt für die Herstellung zu finden, indem sie ein gutes Team aufbauen, riet er. "Hightech-Produkte können nur mit gut ausgebildeten Teams entwickelt werden."

(ce)

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