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Tsipras bei Parlamentswahl abgestraft

7.7.2019 20:09 Uhr

Alles sieht danach aus, als wäre die Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras in Griechenland erneut abgestraft worden. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen erreichten sie wohl um die 31,5 Prozent. Strahlender Sieger der Griechenlandwahl dürften Kyriakos Mitsotakis und die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia sein, denen rund 39,8 Prozent Stimmanteil zugeschrieben werden.

Bereits bei der Europawahl Ende Mai war die Syriza von den Wählern abgestraft worden.Tsipras hatte die für Oktober angesetzten Parlamentswahlen daraufhin vorziehen lassen. Sein konservativer Herausforderer Mitsotakis versprach im Wahlkampf, die Wirtschaft Griechenlands zu reformieren und mit der Vetternwirtschaft, die auch den konservativen Vorgängerregierungen vorgeworfen wurde, aufzuräumen.

Gesamtverschuldung Griechenlands ein großes Problem

Der charismatische Linkspolitiker Tsipras trat sein Amt 2015 an und führte das Land während der turbulenten Jahre der Finanz- und Schuldenkrise, in der Griechenland mit Milliardenhilfen vor dem Staatsbankrott und Ausschluss aus der Eurozone bewahrt wurde. Im Gegenzug hatte seine Regierung strikte Reform-Auflagen der internationalen Gläubiger erfüllen und einige harte Einschnitte in der Sozialpolitik vornehmen müssen.

Im August 2018 verließ Griechenland schließlich den Euro-Rettungsschirm. Die Arbeitslosigkeit ist in Tsipras´ Regierungszeit von 26 auf 18 Prozent gefallen. Mit fast 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist die griechische Gesamtverschuldung aber weiterhin bei weitem die höchste in der Eurozone.

(ce/afp)