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Tschetschenien: Menschenrechtler in Haft - SPD fordert Freilassung

9.1.2019 13:07 Uhr

Ojub Titijew, der russische Menschenrechtler, sitzt bereits seit einem Jahr in seiner Heimat Tschetschenien in Haft. Die SPD fordert dessen Freilassung.

Der russische Menschenrechtler Ojub Titijew sitzt am Mittwoch seit einem Jahr in Haft in seiner diktatorisch regierten Heimatrepublik Tschetschenien. Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid forderte deshalb eine sofortige Freilassung. Der Strafprozess gegen den Leiter des Memorial-Büros in Grosny wegen angeblichen Drogenbesitzes sei "eine Farce", sagte Schmid dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Die Vorwürfe sind fabriziert, das Marihuana wurde Ojub Titijew offensichtlich untergeschoben, um ihn aus dem Weg zu schaffen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Menschenrechte "nochmals unterschritten"

Titijew war am 9. Januar 2018 in Tschetschenien festgenommen und später wegen des Besitzes von Marihuana angeklagt worden. Er weist die Vorwürfe zurück. Ein Urteil wird in diesen Wochen erwartet. Memorial befürchtet, dass der tschetschenische Gewaltherrscher Ramsan Kadyrow mit dem Prozess jeden Einsatz für Bürgerrechte in seiner Republik unterbinden will. Internationale Bemühungen um eine Freilassung haben bislang weder bei Kadyrow noch bei der Moskauer Führung Wirkung gezeigt.

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf der SPD-Abgeordnete vor, Kadyrow freie Hand zu lassen. "Die Folgen sind fatal: Der ohnehin schon unbefriedigende Standard der Menschen- und Freiheitsrechte in Russland wird in Tschetschenien nochmals unterschritten."

(sis/dpa)