epa/Martin Divisek

Tschechiens Ministerpräsident will nicht abtreten

19.11.2019 10:52 Uhr

In Tschechien sind am Wochenende rund eine Viertelmillion Menschen gegen Ministerpräsident Andrej Babis auf die Straße gegangen. Doch dieser lehnt persönliche Konsequenzen ab. «Wenn ich zurücktreten würde, würde die ganze Regierung stürzen - und was dann?», sagte der Gründer der populistischen Partei ANO am Montag der Zeitung «MF Dnes».

Die Demonstranten hatten den 65-Jährigen bei einer Großkundgebung in Prag aufgefordert, sich vollständig von seinem Medien- und Firmenimperium zu trennen oder bis zum Jahresende als Regierungschef zurückzutreten. Die Babis-Holding Agrofert wird offiziell von einer Treuhand verwaltet.

Gardaroben-Fauxpass

Unterdessen räumte der Ministerpräsident einen Garderoben-Fauxpas am 30. Jahrestag der Samtenen Revolution ein. Bei einer Blumenniederlegung auf der Prager Nationalallee, dem Ort der blutigen Niederschlagung einer friedlichen Studentendemonstration im November 1989, trug er am Sonntagmorgen die falsche Krawatte. Statt der tschechischen Trikolore Weiß-Rot-Blau war die russische oder slowakische Farbenfolge Weiß-Blau-Rot zu sehen.

«Ich habe es nicht bemerkt», sagte der Gründer der populistischen Partei ANO. Die Krawatte habe er am Morgen wegen ihrer «kraftvollen Farben» ausgewählt und noch im Laufe des Tages ausgetauscht. Als Samtene Revolution wird die Wende vom Kommunismus zur Demokratie in der damaligen Tschechoslowakei bezeichnet.

(an/dpa)

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