epa/Koca Sulejmanovic

Tschechien will Anerkennung des Koso widerrufen

11.9.2019 22:01 Uhr

Milos Zeman, der Ministerpräsident Tschechiens, will die Anerkennung des Kosovos durch sein Land rückgängig machen. Darüber wolle er mit den höchsten Regierungs- und Parlamentsvertretern in Prag verhandeln, sagte der 74-Jährige nach Angaben der Agentur CTK am Mittwoch Rande eines Besuchs in Belgrad.

Demnach sagte Zeman, ein Staat, an dessen Spitze Kriegsverbrecher stünden, gehöre nicht in die Gemeinschaft demokratischer Staaten.

Erweiterung der EU?

Der kosovarische Regierungschef Ramush Haradinaj war im Juli zurückgetreten, nachdem ihn ein in Den Haag angesiedeltes Sondergericht zur Verfolgung von Kriegsverbrechen während des Kosovokrieges zur Anhörung vorgeladen hatte. Zugleich wies Haradinaj die Vorwürfe zurück.

Der tschechische Außenminister Tomas Petricek versuchte zu beschwichtigen. Tschechien habe sowohl mit dem Kosovo als auch mit Serbien korrekte Beziehungen, erklärte der Sozialdemokrat. Die Erweiterung der EU auf dem Balkan sei eine der Prioritäten der tschechischen Außenpolitik.

Nach den Äußerungen Zemans steht die Teilnahme von Vertretern des Kosovos an einem für Donnerstag in Prag geplanten Gipfel auf der Krippe. Erwartet werden Vertreter der Visegrad-Länder Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn sowie der Westbalkan-Staaten.

(an/dpa)

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