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Trump über Kurden: "Sie sind keine Engel"

16.10.2019 18:17 Uhr

Für seine Entscheidung, seine Truppen abzuziehen, hat US-Präsident Trump harte Kritik geerntet. Doch das lässt der gewohnt forsch an sich abperlen - und holt zum Gegenschlag aus.

Nach Vorwürfen, er habe die mit den Vereinigten Staaten verbündeten kurdischen Kämpfer in Syrien im Stich gelassen, hat US-Präsident Donald Trump diese erneut schlecht gemacht. Vor Reportern im Weißen Haus in Washington versicherte Trump am Mittwoch, auch nach dem Abzug der US-Soldaten aus Syrien seien die Kurden dort "sehr gut geschützt". "Nebenbei bemerkt, sie sind keine Engel", fügte Trump hinzu.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte Trump den US-Abzug aus Syrien damit gerechtfertigt, dass die jetzt von einer türkischen Militäroffensive betroffenen Kurden die USA schließlich nicht im Zweiten Weltkrieg und bei der Alliierten-Landung in der Normandie 1944 unterstützt hätten. Am Montag warf Trump den Kurden vor, Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) freizulassen, um die USA wieder in den Syrien-Konflikt hineinzuziehen. Außerdem verteidigte der US-Präsident sein Vorgehen in einem sarkastischen Tweet: Jeder könne Syrien dabei helfen, die Kurden zu schützen - "Russland, China oder Napoleon Bonaparte". Er wünsche ihnen gutes Gelingen. "Wir sind 7000 Meilen weit weg!"

Die USA hatten vergangene Woche mit dem Abzug ihrer Truppen aus Nordsyrien den Weg für eine türkische Invasion freigemacht. Trotz internationaler Kritik auch aus Washington kämpft die türkische Armee im Nachbarland gegen die kurdische YPG-Miliz, die sie als Terrororganisation einstuft. Für die USA und andere westliche Staaten war die Kurdenmiliz hingegen jahrelang ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die IS-Miliz.Trump hat für seinen Entscheidung, die US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, von vielen Seiten Kritik geerntet. Am Mittwoch reisten US-Vizepräsident Mike Pence sowie US-Außenminister Mike Pompeo nach Ankara, um eine Waffenruhe zwischen der Türkei und den Kurden in Syrien zu vermitteln. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan wies die Forderungen der USA nach einem Ende der Offensive aber vehement zurück.

(be/afp)

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