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Trump sieht Antisemitismus bei den Demokraten

8.3.2019 21:06 Uhr

Den Demokraten hat der amerikanische Präsident Judenfeindlichkeit vorgeworfen. "Die Demokraten sind zu einer antiisraelischen und antijüdischen Partei geworden", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Anlass war eine Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über eine Resolution, die sich ursprünglich gezielt gegen Antisemitismus richten sollte.

Auf Drängen der Demokraten wurde der Entwurf aber überarbeitet, so dass in dem Papier schließlich auch der Hass auf Muslime sowie rechtsextreme Ideologien verurteilt wurden. Einige Republikaner beklagten daraufhin, der ursprüngliche Sinn der Resolution sei verwässert worden. Trump nannte die Abstimmung am Freitag "schändlich".

Hintergrund der Resolution waren umstrittene Äußerungen der demokratischen Abgeordnete Ilhan Omar. Die 37-jährige Muslimin hatte im Februar im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, die israelfreundliche Haltung in den USA gehe auf Spenden einer proisraelischen Lobbygruppe zurück. Omar wurde vorgeworfen, sich damit auf das antisemitische Stereotyp des "jüdischen Geldes" zu berufen. Nach heftiger Kritik entschuldigte die Abgeordnete sich für ihre Äußerung.

Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt an

Trump sieht sich als engsten Verbündeten Israels. Mit der Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt und der Verlegung der Botschaft nach Jerusalem vollzog er eine Kehrtwende in der US-Nahostpolitik. Zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unterhält Trump enge Beziehungen.

Der Präsident sah sich in der Vergangenheit allerdings auch dem Vorwurf ausgesetzt, antisemitische Stereotype zu verbreiten. Im Sommer 2017 sorgte sein Umgang mit der rechtsextremen Gewalt in der US-Stadt Charlottesville für empörte Reaktionen. Trump sagte damals, unter den Teilnehmern des Aufmarsches, bei dem auch antisemitische Parolen zu hören waren, seien "sehr feine Leute" gewesen.

(an/afp)