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Trump gibt Opposition Mitschuld an ergebnislosem Nordkorea-Gipfel

4.3.2019 10:35 Uhr

Trump mal wieder auf der Suche nach seinem Sündenbock: US-Präsident Donald Trump gibt nach dem ergebnislosen Ausgang des Nordkorea-Gipfels die Schuld an die Opposition.

Trump warf am Sonntag den oppositionellen Demokraten vor, durch die zeitgleiche Anhörung seines Ex-Anwalts Michael Cohen vor einem Kongressausschuss den Verlauf des Gipfels negativ beeinflusst zu haben. "Sie könnten zu dem 'Abgang' mit beigetragen haben", twitterte Trump. Mit "Abgang" spielte er auf den Satz an, mit dem er selbst in Hanoi den Abbruch der Gipfels erklärt hatte: "Manchmal muss man eben gehen."

Ärger des Präsidenten über Cohens Kongressanhörung ist noch nicht verflogen

Cohen hatte seine Aussage vor dem Kongress am Mittwoch zu einer harschen Abrechnung mit seinem ehemaligen Chef genutzt, den er als "Betrüger" und "Rassisten" bezeichnete. Trump hielt sich zur gleichen Zeit zum Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi auf.

In Twitter-Botschaften äußerte der Präsident am Sonntag seinen Unmut darüber: "So etwas hat noch niemand gemacht, während der Präsident im Ausland ist. Schande!" Weiter schrieb er: "Dass die Demokraten in öffentlicher Sitzung einen verurteilten Lügner und Betrüger anhören, zeitgleich mit dem sehr wichtigen Nukleargipfel mit Nordkorea, ist vielleicht ein neuer Tiefpunkt in der amerikanischen Politik."

John Bolton sieht den Gipfel als "Erfolg" an

Trumps eigener Sicherheitsberater John Bolton kam am Sonntag zu einer anderen Bewertung des Gipfels. Er halte das Nordkorea-Treffen für einen "Erfolg" - jedenfalls wenn "Erfolg" so definiert werde, "dass der Präsident die nationalen Interessen Amerikas schützt und vorantreib", sagte Bolton dem Sender CBS.

Der Gipfel habe Trumps Verhältnis mit Kim "vertieft", sagte Bolton. Zugleich sei der Präsident "seinen Ansichten treu geblieben" - deswegen habe er den Gipfel abbrechen müssen, als klar wurde, dass die Nordkoreaner eine Aufhebung aller UN-Sanktionen verlangten. Dies sei "für uns nicht akzeptabel gewesen".

(gi/afp)