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Trump beschimpft Londoner Bürgermeister Khan

3.6.2019 12:44 Uhr

Was ist die perfekte Einstimmung für einen diplomatischen Besuch in Großbritannien? Den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan zu beleidigen wahrscheinlich nicht. Das hält US-Präsident Trump aber nicht davon ab, es trotzdem zu tun.

Zu Beginn seines Staatsbesuchs in Großbritannien hat US-Präsident Donald Trump den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan einen "eiskalten Verlierer" genannt. Khan, der als Bürgermeister einen "furchtbaren Job" mache, habe sich ihm gegenüber "dummerweise fies" verhalten, schrieb Trump am Montag unmittelbar vor der Landung in London im Onlinedienst Twitter. "Er ist ein eiskalter Verlierer, der sich auf die Kriminalität in London konzentrieren sollte, nicht auf mich", fügte Trump hinzu.

Khan erinnere ihn sehr stark an den "sehr dummen und inkompetenten" New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, schrieb Trump in einem zweiten Tweet. De Blasio mache auch einen "furchtbaren Job", Khan sei aber nur "halb so groß" wie sein New Yorker Kollege, der bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr für die Demokraten gegen Trump antreten will. Der US-Präsident fügte hinzu, dass er sich "auf jeden Fall" sehr auf seinen Besuch in Großbritannien freue. Er wolle Großbritannien ein "guter Freund" sein.

"Kindische Beleidigungen"

Khans Sprecher wies Trumps Kritik als beleidigend zurück. Solche "kindischen Beleidigungen" sollten eigentlich "unter der Würde des Präsidenten der Vereinigten Staaten" sein, sagte er. Trump war am Montagmorgen zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. In London sind während Trumps Visite große Proteste geplant. Dabei wollen die Veranstalter wie schon beim Trump-Besuch vor einem Jahr einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys mit Windeln aufsteigen lassen. Khan hatte den US-Präsidenten zuvor in einem Zeitungsartikel scharf für dessen "spaltendes Verhalten" angegriffen. Der Politiker von der oppositionellen Labour-Partei warf Trump im "Observer" vor, sich mit seinem Verhalten über die "Ideale hinwegzusetzen, auf denen Amerika gegründet wurde - Gleichheit, Freiheit und religiöse Freiheit". Trump sei zudem eines der "ungeheuerlichsten Beispiele" für die wachsende weltweite Gefahr durch die politische Rechte.

Twitter-Zoff zwischen Khan und Trump

Trump und Khan sind bei Twitter schon öfter aneinandergeraten. Khan, dessen Eltern aus Pakistan stammen, kritisierte unter anderem Trumps Einreiseverbot für Menschen aus muslimischen Ländern und warf dem US-Präsidenten vor, "Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Andersartigkeit" als Wahlkampftaktik einzusetzen. Seine Teilnahme an dem Staatsbankett für Trump am Montagabend hatte Khan bereits im Vorfeld des Besuchs abgesagt. Auch Labour-Chef Jeremy Corbyn, andere Oppositionspolitiker und Parlamentspräsident John Bercow sagten ab.

(be/afp)