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Treffen zwischen Netanjahu und Putin verschoben

20.2.2019 16:00 Uhr

Eigentlich hätten sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag treffen sollen, doch nun wurde kurzfristig umgeplant. Gründe könnten darin liegen, dass Netanjahu zunehmend vor der Wahl unter Druck gerät.

Das Treffen solle in ein paar Tagen nachgeholt werden, teilte ein israelischer Regierungsvertreter am Mittwoch mit.

Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt. Netanjahu und Putin würden am Donnerstagmorgen miteinander telefonieren. Ein neuer Termin werde schnellstmöglich festgelegt.

Nach israelischen Medienberichten hat Netanjahu abgesagt, weil er innenpolitisch vor der Parlamentswahl am 9. April stark unter Druck steht. Der Generalstaatsanwalt prüft zudem Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu in drei Fällen.

"Irgendwelche unvorhergesehenen Ereignisse"

Der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow bestätigte, dass der Termin verschoben worden sei. "Man hat uns mitgeteilt, dass irgendwelche unvorhergesehenen Ereignisse aufgetreten sind im Zusammenhang mit der Wahl" sagte der Politiker. Der Kreml kommentierte das verschobene Treffen zunächst nicht.

Netanjahu wollte die Verhinderung einer militärischen Etablierung des Irans in Syrien zum Hauptthema des Gesprächs mit Putin machen. Russland und der Iran unterstützen die syrische Regierung im Krieg mit Rebellen.

Angeschlagene Beziehungen

Die Beziehungen Israels zu Russland galten nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeuges vor der syrischen Küste im September 2018 als angeschlagen. Damals war ein Aufklärungsflugzeug mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr zum Opfer gefallen. Die Syrer hatten eigentlich auf vier angreifende israelische F-16-Jets gezielt.

Anschließend hatten sich Netanjahu und Putin im November kurz in Paris beim Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren getroffen.

(be/dpa)