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Trübe Stimmung: Schalke von eigenen Fans ausgepfiffen

29.11.2018 9:02 Uhr

Die Pfiffe der eigenen Fans waren eigentlich nicht zu überhören, doch Domenico Tedesco wollte davon nichts wissen. "Wir haben hochverdient gegen einen sehr starken Gegner verloren. Aber unsere Fans haben nicht gepfiffen", behauptete der Trainer des FC Schalke 04 nach der schwachen Vorstellung beim 1:3 (0:0) beim FC Porto.

Ob er der 33-Jährige die Unmutsbekundungen der Anhänger tatsächlich nicht vernommen hat oder sie einfach ausblendete, blieb ein Rätsel. Die Spieler hatten sie jedenfalls gehört: "Es ist hart für uns, wenn die Fans verärgert sind", meinte Omar Mascarell. "Wenn die Fans pfeifen, müssen wir das verstehen."

Ungeachtet dessen steht der Bundesligist erstmals seit vier Jahren im Achtelfinale der Champions League. "Ich kann mich darüber riesig freuen", sagte Christian Heidel. "Porto ist ja keine Laufkundschaft. Im letzten Jahr sind drei deutsche Mannschaften ausgeschieden. Jetzt sind drei weiter, und wir sind eine davon. Wir haben unseren Job erledigt."

"Man weiß nie, ob man die Spieler erreicht"

Dass Schalkes Einzug in die K.o.-Runde dank der Schützenhilfe von Lokomotive Moskau durch den 2:0-Sieg über Galatasaray Istanbul bereits vor dem Anpfiff im Estadio do Dragao feststand, wirkte sich allerdings wenig inspirierend auf das Team aus. Tedesco schloss nicht aus, dass die Konzentration und Motivation darunter gelitten habe. "Wir haben alles versucht, die Mannschaft voll zu motivieren und zu pushen. Aber man weiß nie, ob man alle Spieler erreicht."

Entsprechend schwach trat der Revierclub beim portugiesischen Meister vor allem in der zweiten Hälfte auf und kassierte nach Toren von Eder Militao (52.), Jesus Corona (55.) und Moussa Marega (90.+4) die erste Niederlage in der Gruppenphase. Auch wenn Nabil Bentaleb mit einem verwandelten Handelfmeter (88.) noch einmal verkürzte, unter dem Strich war der portugiesische Meister in allen Belangen überlegen. Und Schalke verspielte die Chance, Porto am letzten Spieltag gegen Moskau den Sieg in der Gruppe D noch streitig zu machen. Tedesco gab zu, dass fast alle Laufduelle, Zweikämpfe und Kopfballduelle verloren gingen. "Und offensiv haben wir wenig stattgefunden."

Auch Skrzybski jetzt angeschlagen

Gerade dort ist kaum Besserung zu erwarten. Zumal nach den verletzten Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert die nächsten beiden Angreifer auszufallen drohen. Guido Burgstaller musste schon in Porto wegen einer Achillessehnenreizung ganz passen, Steven Skrzybski in der Halbzeit nach einem Sturz auf die Schulter ausgewechselt werden. Ob die beiden bis zum Bundesligaspiel bei 1899 Hoffenheim am Samstag fit werden, ist fraglich: "Dann muss der Trainer sich was einfallen lassen», sagte Heidel.

(bl/dpa)

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