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Tränengaseinsatz in Paris

1.5.2019 18:29 Uhr

Bei den Kundgebungen zum 1. Mai in Paris, bei denen traditionell Tausende Gewerkschafter und auch Arbeiter auf die Straße gingen, unter der sich auch "Gelbwesten" mischten, hat die Polizei Tränengas eingesetzt. Damit wollten die Behörden eigenen Angaben nach gegen vermummte Demonstranten vorgehen.

Bei Kundgebungen zum 1. Mai ist die Bereitschaftspolizei in Paris mit Tränengas gegen vermummte Demonstranten vorgegangen. Am traditionellen Tag der Arbeit waren Tausende Gewerkschafter, aber auch Anhänger der gegen Präsident Emmanuel Macron gerichteten Gelbwesten-Bewegung auf die Straße gegangen. Auch anarchistische Gruppen aus dem sogenannten Schwarzen Block mischten sich unter die Demonstranten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 7400 Mann in der Hauptstadt vertreten und meldete 200 Festnahmen. Die ultra-linke Gewerkschaft CGT warf der Polizei "beispiellose Unterdrückung" vor, mit der sie auf "Gewaltakte mancher Beteiligter" reagiert habe. Dies sei in einer Demokratie nicht akzeptabel.

Polizei warnte im Vorfeld vor angeblichen "Anarcho-Gruppen"

Auch der CGT-Generalsekretär sei in die Tränengas-Schwaden hineingeraten. Die Polizei hatte bereits am Dienstag gewarnt, dass es zu Auseinandersetzungen mit Anarcho-Gruppen kommen könne. In Sozialen Medien waren radikale Kräfte dazu aufgerufen worden, am Mittwoch auf die Straße zu gehen.

Die seit rund einem halben Jahr anhaltenden teils gewaltsamen Proteste der "Gelbwesten" hatten sich an Regierungsplänen zu Spritpreiserhöhungen entzündet. Sie wuchsen sich rasch zu Massenprotesten gegen soziale Ungleichheit und den Präsidenten aus. In Besancon im Grenzgebiet zur Schweiz versuchten rund 300 Gelbwesten am Mittwoch ein Polizeirevier zu stürmen. Macron hatte jüngst als Reaktion auf die seit Monaten andauernden Straßenproteste eine Senkung der Lohnsteuer im Umfang von etwa fünf Milliarden Euro angekündigt. Sie soll durch das Stopfen von Steuerlöchern für Unternehmen und niedrigere Staatsausgaben finanziert werden.

(ce/Reuters)