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Trabzonspor sichert sich mit Finaleinzug gegen Fenerbahce Chancen aufs Double

16.6.2020 22:51 Uhr, von Chris Ehrhardt

Das Hinspiel im türkischen Pokal, dem Türkiye Kupasi, hatte Trabzonspor vor eigener Kulisse und vor der Zwangspause durch das Coronavirus bereits mit 2:1 gegen Fenerbahce Istanbul gewonnen. Auch im Rückspiel in Kadiköy bei den Karanarienvögeln hatten die Tiger von der Schwarzmeerküste die Nase vorne und zogen mit einem 3:1-Auswärtssieg am Bosporus ins Finale ein. Nun tanzt Trabzon auf zwei Hochzeiten weiter: Als Tabellenführer um die Meisterschaft in der Süper Lig und als Pokal-Finalist im Endspiel. Mann des Tages war wieder einmal der Norweger Alexander Sörloth, der die Kanarien mit zwei Treffern auf den Boden holte.

Trainer Tahir Karapinar sah nach dem Heimsieg gegen Kayserispor einige Baustellen und stellte sein Team etwas um. Hasan Ali Kaldirim und Vedat Muriqi waren sofort mit von der Partie und sollten für Stabilität und Druck nach vorne sorgen. Max Kruse, der sich einer plötzlichen Blinddarm-OP unterziehen musste, war natürlich nicht mit von der Partie. Die Gäste von der Schwarzmeerküste kamen mit einem Blitzstart in die Partie. In der 6. Spielminute war es Caleb Ekuban, der mustergültig den Norweger Alexander Sörloth bediente, den wohl bei Eröffnung des Transfensters halb Europa jagen wird. Seine Ballmitnahme war bärenstark und so jagte er das Leder unhaltbar für Keeper Altay Bayindir ins Gehäuse – 0:1 (1:3 nach Gesamtstand beider Spiele). Fener brauchte nun dringend mindestens zwei Treffer.

Doppelter Sörloth sichert Trabzon Finaleinzug

Und eben jener Sörloth war danach in eine eher kuriose Szene verwickelt. Emre Belözoglu versuchte sein Team von der Bank aus dirigieren. Und mit Sörloth leistete sich der Senior, der zum Ende der Saison die Schuhe an den Nagel hängen will, in der 24. Minute ein Verbal-Scharmützel, bei dem er ihn aufforderte, den Mund zu halten. Sörloth quittierte das ganz ausgebufft mit dem Zeigefinger, den er sich in Richtung Emre auf die Lippen legte. Dafür kassierten die beiden Spieler von Cüneyt Cakir den gelben Karton. Das brachte Emre noch mehr auf die Palme und seine Tirade in Richtung des Referees beantwortete der erwartungsgemäß mit der zweiten Gelben – und damit dem Feldverweis. Von der Bank in die Kabine, das hat einen gewissen Unterhaltungswert. Volkan Demirel, Ex-Keeper der Kanarienvögel, musste seinen Kumpel mit "sanfter Gewalt" in die Kabine geleiten, da der sich nicht beruhigen wollte. Danach wurde dann aber doch weiter Fußball gespielt und Fenerbahce wurde besser. Das zahlte sich in der 42. Minute auch aus. Deniz Türüc verwertete ein Zuspiel von Garry Rodrigues und macht das vor der Pause psychologisch wichtige 1:1 (Gesamtstand 2:3), mit dem es zum Pausentee ging.

Alexander Sörloth mit seinem ersten Treffer für Trabzonspor gegen Fenerbahce

Die zweite Hälfte war lange Zeit eher von Taktik, denn von mitreißendem Fußball geprägt. Das auch aufgrund der Tatsache, dass beide wussten, ein weiteres Tor könnte entscheidenden Charakter haben. Ein Tor von Fenerbahce würde die Verlängerung bedeuten und ein Treffer von Trabzonspor wohl das Aus für die Kanarien. In der 83. Minute gab es dann quasi die Doublette des ersten Treffers. Cakeb Ekuban grätschte in der Box den Ball zu Alexander Sörloth und der machte mit seinem Doppelpack den Sack zu – 1:2 (Gesamtstand 2:4). Doch die Tiger von der Schwarzmeerküste legten noch einen nach. In der 3. Minute der Nachspielzeit war es Filip Novak, der das 1:3 markierte (Gesamtstand 2:5). Danach war auch Schluss. Im Finale wird Trabzonspor entweder auf Alanyaspor oder auf Antalyaspor mit Lukas Podolski treffen. Der Sieger hier wird am Donnerstag ausgespielt.

Großer Jubel bei Trabzonspor über den Finaleinzug im Pokal gegen Fenerbahce

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