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Trabzonspor erkämpft Remis in Prag

8.8.2019 22:35 Uhr, von Chris Ehrhardt

Bis zur 84. Spielminute sah es so aus, als könnte Trabzonspor das Rückspiel in der Qualifikation zur Europa League in sechs Tagen gegen Sparta Prag sehr entspannt nehmen. Man lag bereits 0:2 in Prag zurück und damit war der Drops im Grunde gelutscht. Doch die Tiger von der Schwarzmeerküste kämpften sich mit zwei Treffern kurz vor Schluss zurück ins Rennen und haben vor heimischer Kulisse gute Chance in der Quali weiterzukommen.

Sparta Prag wollte vor eigenem Publikum in Tschechien das Spiel gegen Trabzon zeitnah eintüten. Das war deutlich zu spüren und zu sehen. Nach sieben Spielminute krachte das Leder mit Dampf ans Gebälk und nur neun Minuten später in der 16. Minute beulte sich dann auch das Netz. Ecke, Costa mit dem Kopf da und für Prag lief alles nach Plan – 1:0. Dass in der ersten Hälfte kein weiteres Team für die Tschechen fiel, werden sich die Trabzon-Fans sicherlich nicht erklären können – wie es auch schwer zu verstehen war, wie harmlos die Tiger operierten. So war die knappe 1:0-Führung zur Pause eher schmeichelhaft für das Team von der Schwarzmeerküste.

In vier Minuten das Spiel quasi gedreht

Coach Karaman muss seinen Mannen in der Kabine eine ziemliche Gradinenpredigt gehalten haben, denn urplötzlich war Trabzon mit dem Wiederanpfiff im Match. Doch die Versuche, das Spiel auf 1:1 und damit wieder auf Anfang zu stellen, verpufften. Und wie immer gilt: Machst du die Dinger vorne nicht rein, wird dir hinten was eingeschenkt. So auch in Prag. In die Drangphase der Türken machte Guelor Kanga in der 68. Minute mit einem Kracher aus der dritten Reihe das in Prag viel umjubelte 2:0. Für die Tschechen war damit der Drops im Kopf gelutscht und die Messe gelesen – ein böser Fehler im Fußball, denn so ein Spiel läuft bekanntlich, bis der Referee es abpfeift.


In der 84. Minute hatten dann die Tiger Grund zur Freude. Caleb Ekuban mit der Direktabnahme und da zappelte der Ball in den Maschen – nur noch 2:1. Und es kam noch schlimmer für Sparta, die sich mit einem spartanischen Spielstil über die Zeit retten wollten. In der 88. Minute tat Alexander Sörloth das, wofür er geholt wurde – knipsen. Costa machte er locker nass und dann ging das Runde mit Schwung ins Eckige – 2:2 und Spiel gedreht. Dabei blieb es und mit den zwei Auswärtstoren im Gepäck, kann Trabzonspor vor heimischem Publikum auch taktisch spielen. Selbst ein müdes 0:0 würde der Karaman-Truppe fürs Weiterkommen reichen. Doch man sollte vorsichtig sein, denn wie schnell ein Spiel kippt, hat Prag heute bitter erfahren müssen.


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