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Touristen ärgern sich über Streikaktion vor dem Louvre

17.1.2020 21:22 Uhr

Mitglieder der französischen Gewerkschaft CGT blockierten am Freitag den Haupteingang des Louvre-Museums. Das sorgte bei so manchem Touristen vor dem Pyramiden-Eingang natürlich für Verstimmungen.

Mit der Aktion protestierten die Gewerkschaftler gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron. Während einige französische Passanten applaudierten, reagierten viele Touristen mit Buh-Rufen. Ein Besucher aus Brüssel sagte, er sei mit dem Zug trotz der Bahn-Streiks in Frankreich extra für die große Sonderausstellung zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci angereist. "Ich liebe Frankreich, aber das geht wirklich zu weit", sagte eine Spanierin. "Ich verstehe nicht, warum die Polizei die Aktion nicht beendet."

"Den Louvre zu besuchen ist nicht lebenswichtig"

Ein Besucher aus China nannte den Protest "egoistisch". Ein französischer Tourist rief wutentbrannt dazu auf, den Louvre zu stürmen. Der Appell verhallte jedoch."Den Louvre zu besuchen ist nicht lebenswichtig", entgegnete einer der Demonstranten. "Wir verteidigen unsere Rechte , das ist viel wichtiger." Der Ort für die Protestaktion war kein Zufall: Vor der berühmten Louvre-Pyramide des US-chinesischen Architekten Ieoh Ming Pei hatte Präsident Macron 2017 seinen Triumph bei der Präsidentschaftswahl gefeiert. Die Rentenreform ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen Macrons. Er will die mehr als 40 Rentensysteme vereinheitlichen. Die Gewerkschaften fürchten massive Einschnitte für viele Berufsgruppen und machen seit Monaten dagegen mobil.

(be/afp)

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