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Tourismusminister Ersoy wehrt sich gegen Risikogebiet-Einstufung der Türkei

21.6.2020 13:03 Uhr, von Berna Ehrhardt

Nachdem für die Türkei nicht nur die Reisewarnung bis zum 31. August verlängert, sondern das Land als Corona-Risikogebiet eingestuft wurde, reagiert nun der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy. Die Einstufung könne nach seiner Ansicht auch politische Gründe haben: "Die zweite Welle des Coronavirus könnte als Eco-Virus kommen", und somit wirtschaftlich zuschlagen.

Bei einer Veranstaltung unter dem Motto "Yeniden Kesfet" (Entdecke es aufs Neue), bei der 51 Botschafter sowie Journalisten der internationalen Presse eingeladen waren und bei der die Vorkehrungen der Tourismusbranche für einen gesunden und sicheren Tourismus vorgestellt wurden, stellte sich der Tourismusminister den Fragen der Presse und reagierte dabei auch auf die Entscheidung der Bundesregierung, die Türkei als Corona-Risikogebiet einzustufen.

Ein Konzert im Aspendos Antiktheater für die Botschafter von 51 Ländern (Bild: dha)

"Es könnte politische und wirtschaftliche Gründe haben. Wie ich immer sage, die zweite Welle des Coronavirus könnte als Eco-Welle kommen, deshalb möchte jedes Land seine eigenen Maßnahmen ergreifen. Europäische Länder könnten Maßnahmen ergriffen haben, damit das Geld innerhalb Europas bleibt."

Transparenz und Kommunikation

Ersoy betonte, dass man im Zuge der Transparenz natürlich detaillierte Zahlen mit der deutschen Regierung teilen werde – und das auch mit genauen Angaben zu den wichtigsten Urlaubsregionen wie Antalya, Aydin und Mugla. "Irgendwann wird niemand diese Fakten ignorieren können", so Ersoy.

Buchungsaufkommen für 2021 gestiegen

Der Tourismusminister unterstrich, dass viele Menschen in Europa gerne in die Türkei reisen wollen würden. Das könne man auch an den Reservierungen sehen, die bereits jetzt für das nächste Jahr getätigt werden würden. Dieses Jahr sei man froh, wenn man rund 50 Prozent der Hotels in Schwung kriegen würde. Es sei jetzt wichtig, dass man die Branche überhaupt wieder zum Laufen bringe und Personal einstellen könne. Die Reservierungen fürs nächste Jahr haben bereits angefangen und man könne davon bereits jetzt ableiten, dass das nächste ein gutes Jahr für den Tourismus in der Türkei werden würde.

Krankenversicherung für Urlauber aus Europa

Weil manche Krankenversicherung im Falle einer Reise in ein Land mit Reisewarnung die Kosten für etwaige Behandlungskosten nicht übernimmt, hat das türkische Tourismusministerium verschiedene Versicherungspakete geschnürt, die bis zu 7000 Euro Kosten übernehmen. Dabei gebe es günstige Pakete, die rund 15 Euro kosten würden und große Pakete, die mit 23 Euro bis zu 7000 Euro abdecken werden. Die Versicherungen lassen sich ab dem 1. Juli ganz einfach über das Internet abschließen.

"Entdecke die Türkei aufs Neue"

Im Rahmen der Veranstaltung, die an diesem Wochenende in und um Antalya herum stattfand, begrüßte der Tourismusminister die Botschafter 51 Länder und die internationale Presse, um ihnen die im Rahmen der Corona-Prävention getroffenen Maßnahmen vorzustellen. Die Wichtigste dürfte dabei das Zertifikat für "Gesunden Tourismus" sein, mit welcher Hotels, Restaurants und Tourenanbieter ausgezeichnet werden, die alle Vorgaben erfolgreich erfüllen.

Im Rahmen des "Yeniden Kesfet"-Events wurde auch die antike Stadt Perge besucht (Bild: dha)

Das Zertifikat für Gesunden Tourismus soll auch nach Corona zum Standard werden

Ersoy, der die Hoffnung äußerte, dass die angereisten Journalisten die getroffenen Maßnahmen im Rahmen des Zertifikats für "Gesunden Tourismus" auch in ihren Ländern vorstellen würden, betonte zudem, dass das Zertifikat auch in Zukunft eine große Rolle spielen werde. Die Türkei plane nämlich, das Zertifikat in den kommenden Jahren zu einem Gütesiegel für gesunden und sicheren Tourismus zu machen.

Man rate zudem auch den Reisebüros, ihren Kunden Hotels, die bereits über die Auszeichnung verfügen, zu empfehlen. Davon gibt es in der Türkei mittlerweile über 150. Viele weitere Anlagen hätten sich bereits für das Zertifikat beworben und warten nur noch auf die notwendigen Kontrollen – die unter anderem auch durch den TÜV-Süd durchgeführt werden.

Nächste Woche doch gute Nachrichten?

Wie am Freitag der französische Staatsminister Jean-Baptiste Lemoyne in einem Interview im französischen Fernsehen verkündete, wolle die EU in der nächsten Woche eine Liste mit 50 Ländern vorlegen, für die die Reisewarnung doch aufgehoben werden könnte. Ob die Türkei diesmal dabei sein wird, verriet er jedoch nicht.

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