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Tote bei Protesten in Khartum

14.5.2019 20:30 Uhr

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind bei Demonstrationen der Opposition mehrere Menschen getötet worden. Mindestens sechs Demonstranten seien ums Leben gekommen, teilte ein Verband sudanesischer Ärzte am Dienstag mit.

Zunächst war unklar, wer dafür verantwortlich war. Zuvor hatte der Verband gesagt, Sicherheitskräfte seien am Montag teils gewaltsam gegen Demonstranten in verschiedenen Stadtteilen Khartums vorgegangen. Dem militärischen Übergangsrat zufolge wurde ein Mitglied der Streitkräfte getötet. Der Rat machte dafür unbekannte Gruppen verantwortlich, die die Lage zwischen dem Militär und den Demonstranten "eskalieren" wollten, hieß es.

Einigung auf Übergangsregierung

Zuvor hatten sich Vertreter der Opposition und der regierenden Generäle am Montag auf die Strukturen einer Übergangsregierung geeinigt, wie ein Sprecher des militärischen Übergangsrats mitteilte. Am Dienstag sollten demnach die Gespräche weitergehen. Militär und Opposition ringen seit dem Putsch vor einem Monat um die Bildung einer Übergangsregierung.

Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir war nach drei Jahrzehnten an der Macht am 11. April vom Militär gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen, die auf Anordnung der Regierung teils brutal niedergeschlagen wurden. Al-Baschir wurde nach dem Putsch festgenommen. Die Staatsanwaltschaft klagte den 75-Jährigen am Montag wegen Anstachelung zur Gewalt gegen Demonstranten und Mittäterschaft bei der Tötung Protestierender an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Suna mitteilte. Al-Baschir wird zudem seit Jahren wegen Verbrechen im Darfur-Konflikt vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit Haftbefehl gesucht.

(an/dpa)