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Topal rumpelt Fenerbahce aus der UEL

21.2.2019 20:49 Uhr, von Chris Ehrhardt

Fenerbahce Istanbul erlebt in der türkischen Süper Lig eine absolut gebrauchte Saison. Der Serienmeister der Türkei hat die Abstiegsränge klar im Sichtfeld. Da käme eine gute Platzierung in der Europa League wie gerufen. Dafür musste aber zuerst Zenit St. Petersburg geschlagen werden. Würde den Kanarienvögeln der knappe 1:0-Heimsieg im Hinspiel in St. Petersburg ausreichen und würde am Ende vielleicht sogar helfen, dass in Kadiköy die Null hinten stand?

Zenit ließ mit dem Anpfiff keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie die Niederlage in Istanbul vor eigenem Publikum im WM-Stadion von St. Petersburg drehen wollten. Das Team war sofort präsent und das zahlte sich bereits in der 4. Minute aus. Eine Flanke von Driussis war eigentlich gar nicht so gefährlich, aber Ciftpinar kam bei der Abwehr nicht richtig hinter die Pille. Die verunglückte Abwehr leitete Azmoun mit dem Oberkörper zu Ozdoev und der machte das Ding aus nicht einmal zehn Metern humorlos rein – keine Abwehrchance für Harun und damit 1:0 für Zenit. Das Hinspielergebnis war somit egalisiert und der frühe Zeitpunkt ließ Böses ahnen.

Fenerbahce wieder im Match angekommen

Der Treffer schien Fener latent wachgerüttelt zu haben. Zumindest fand das Team in der Folge etwas besser statt – auch wenn Zenit immer gefährlich blieb. Nachdem beide Team ihre Möglichkeiten hatten, flachte das Match etwas ab. Doch es war, als hätten die Russen Fenerbahce einlullen wollen, denn aus dem Nichts schepperte es in der 37. Minute erneut im Kasten der Kanarienvögel. Wieder war der Argentinier Driussis maßgeblich beteiligt. Flanke in die Box, Azmoun steigt höher als der Rest und nagelte das Leder mit dem Kopf in die Maschen – 2:0-Führung Zenit und Fenerbahce damit raus aus dem Wettbewerb. Würden die Kanarien sich davon erholen können?

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Die russische Freude hatte nur sechs Minuten Bestand. Topal sicherte sich auf der rechten Seite die Kugel. Alles lief auf einen hohen Ball in die Box raus, aber dann hatte Mehmet wohl einen "Geistesblitz". Ab in die Mitte und dann einfach mal herzhaft draufhalten – rumms, schlug die Kugel im Winkel ein. Sonntagsschuss! Mit dem Anschlusstreffer von 2:1 waren die Kanarienvögel plötzlich nicht nur wieder in Rennen, sondern wegen des Auswärtstores weiter. In der Nachspielzeit musste Harun, der den Vorzug vor Volkan erhielt, nochmals sein ganzes Können zeigen. Hernani mit dem Freistoß und der war eine Bombe – doch Harun mit den Fingern dran und ab über die Latte damit. So ging es mit dem Rückstand in die Katakomben, der Fener aber weiter in der Europa League spielen lassen würde.

Kann Fenerbahce den Vorsprung halten?

Um so einen hauchdünnen Vorsprung zu halten und über die Zeit zu schaukeln braucht es Erfahrung. Und die sollte in der zweiten Hälfte Tolgay Arslan bringen. Der ehemalige Profi vom HSV weiß, wie man sich am besten unter Druck seiner Haut wehren kann. Man sah Fener an, sie wollten sich das Weiterkommen nicht mehr nehmen lassen. Die Körpersprache passte. So wurde dann auch die erste Drangphase von Zenit überstanden – unbeschadet. Und langsam kam die Frage auf, würden die Russen, die bis März Saisonpause haben, die Pace nochmals anziehen können. Wer dachte, Fenerbahce würde sich nun verstecken und dann auf Zeit spielen, der irrte. Die Gäste nahmen das Heft in die Hand und spielten sich wieder und wieder in die russische Hälfte. Ab der 60. Minute meldete sich auch Zenit wieder zurück. Azmoun bewies binnen drei Minuten zweimal seine Gefährlichkeit, aber ein Kopfball ging zunächst drüber und bei einem Kracher aus der dritten Reihe war Harun auf dem Posten. In der 69. Minute brannte die Luft im Fener-Strafraum. Mak, der in Kadiköy vom Punkt versagte, zog in der Box ab und drosch die Kugel drauf und Harun lenkte sie knapp über die Latte. Da hieß es durchatmen für den Fener-Anhang.

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In der 76. Minute wartete dann das Tal der Tränen auf Fenerbahce. Die Hintermannschaft von Fener kriegte den Iraner Azmoun einfach nicht unter Kontrolle. Ball von Dzyuba in die Box, Topal vor dem Iraner an der Kugel - aber anstatt sicher zu spielen, dribbelte er dem Iraner das Dingen vor die Füße. Da ließ sich Azmoun nicht lange bitte, sagte artig danke und kickte unhaltbar zur 3:1-Führung für Zenit ein. Fenerbahce war mit dem Ergebnis wieder aus dem Wettbewerb. Was für ein Bock von Topal! Nun würde es für die Kanarienvögel ein Wettlauf mit der brutal tickenden Uhr. Und das Team aus Kadiköy mühte sich redlich, den Anfängerfehler seines Kapitäns auszubügeln. Aber es wurde sehr überhastet agiert. So sehr sich Fenerbahce auch mühte, der eine Treffer zum Weiterkommen wollte nicht mehr fallen. So hatte der eine Aussetzer von Topal das Team um das Weiterkommen gebracht.

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