epa/Diego Azubel

Tokio und Seoul wollen reden

5.11.2019 12:21 Uhr

Um die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen hat Südkorea nun Japan eine Konsultation auf hoher Ebene vorgeschlagen. Präsident Moon Jae In habe den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe Japan am Rande des Gipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in Bangkok darauf angesprochen, erklärte eine Sprecherin am Montag. Das erste Gespräch der beiden seit mehr als einem Jahr habe elf Minuten gedauert.

Beide Nachbarstaaten misstrauen einander. Die Beziehungen waren wegen eines Handelsstreits und eines Disputs um die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während der japanischen Kolonialherrschaft in Korea auf einen Tiefpunkt gesunken. Beim Asean-Treffen gab es auch Beratungen mit Japan, China und Südkorea über eine Zusammenarbeit (Asean-plus-drei).

"Bilaterale Probleme durch Dialog lösen"

Moon und Abe hätten bekräftigt, "dass bilaterale Probleme durch Dialog gelöst werden sollten", hieß von südkoreanischer Seite. Beide Seiten sollten "alle verfügbaren Mittel" für eine Lösung anstreben, wurde Abe von Moons Sprecherin zitiert.

Der jüngste Handelsstreit hatte sich an Japans Beschluss im Juli entzündet, strengere Kontrollen für den Export von Materialien zur Chipproduktion nach Südkorea zu verhängen. Hintergrund ist der Konflikt um die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter. Korea war von 1910 bis 1945 japanische Kolonie. Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte im vergangenen Jahr zwei japanische Konzerne angewiesen, Schadenersatz zu zahlen. Tokio sieht das Thema durch einen Vertrag von 1965 als erledigt an.

(an/dpa)

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