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Tipps gegen den Herbstblues

20.11.2019 17:46 Uhr

Mit der Sommerzeit verabschiedet sich bei einigen Menschen auch die gute Laune. Das Wetter ist kühl und nass, der Himmel zeigt sich trübe, es wird früh dunkel.

Dass die Stimmung im Keller verschwindet, ist aus medizinischer Sicht eine saisonal abhängige Störung der Gefühlswelt (engl: Seasonal Affective Disorder, kurz und passend: SAD).

Einen oder ein paar Tage "sad" (dt. traurig) sein macht noch keinen Herbstblues

Erst wenn die triste Stimmung länger als zwei Wochen andauert, spricht man vom klassischen Herbstblues. Zum einen verantwortlich ist die erhöhte Produktion des Schlafhormons Melatonin in der Zirbeldrüse. Diese wird durch u.a. Dunkelheit und Regen angeregt. Zum anderen wird das Glückshormon Serotonin aus dem Gehirn heraustransportiert und nicht wie sonst dort ausgeschüttet.

Symptome des Herbstblues

Traurig gestimmte und als normal empfundene Tage wechseln sich anfangs noch ab. Erstere überwiegen aber bald. Diese sind gekennzeichnet von Antriebs- und Lustlosigkeit. Motivation und Kreativität lassen nach, soziale Kontakte werden vernachlässigt. Weil das Schlafbedürfnis größer ist, schlafen Betroffene länger als nötig. Oft stellt sich auch ein Heißhunger auf insbesondere Süßes ein. Aufgrund des Bewegungsmangels lässt da die Gewichtszunahme nicht lange auf sich warten. Nicht zuletzt kursieren viele negative Gedanken im Kopf.

Das kann man gegen den Herbstblues tun

Mit einer medizinisch betreuten Lichttherapie kann dem Lichtmangel entgegengewirkt werden. Die hierfür benötigten Speziallampen geben weißes Licht in einer Stärke von mindestens 2.500 Lux ab.

Der Besuch des Solariums bringt kaum etwas. Anders als tägliche Spaziergänge, auch bei bedecktem Himmel. Noch besser ist es, wenn die Sonne scheint. Damit die Rezeptoren viel Licht aufnehmen können, sollte keine Sonnenbrille getragen und auch keine Sonnencreme verwendet werden. Die benötigte Bewegung gibt es dabei natürlich auch.

Spaziergänge im Herbst (Fotoquelle: imago images/ Emmanuele Contini)

Unterstützende Wirkung zeigen Farben. Gelb und Orange hellen die Stimmung auf, Blau regt an, Grün beruhigt, Violett wärmt. Diese Farben können sich z. B. in der Kleidung, aber auch in Wohnaccessoires wiederfinden.

Ebenfalls unterstützend wirken Düfte. Jetzt ist also die perfekte Zeit für Duftkerzen und Duftöle. Zitrusdüfte gelten als anregend und aufheiternd, Lavendel als beruhigend, Vanille als konzentrationsfördernd. Zimt und Rosenholz schenken ein Gefühl von Geborgenheit.

Weitere Tipps gegen den Herbstblues

Die Versorgung mit Tageslicht sowie die regelmäßige Bewegung sind für die Therapie des Herbstblues praktisch Grundvoraussetzungen. Werden diese Bedingungen vernachlässigt, bringt keine der anderen Maßnahmen wirklich Besserung.

Ergänzend kann es jedoch auch helfen, die Lieblingsmusik zu hören, denn Musik hat einen großen Einfluss auf die Stimmung. Melancholische Herzschmerzsongs sind hierbei natürlich die falsche Wahl. Zudem sinnvoll sind Wechselduschen und eine ausgewogene Ernährung.

Statt den Rückzug von sozialen Kontakten anzutreten, sollte die Gesellschaft von Familie und Freunden gesucht werden. In Gesellschaft wird öfter gelacht – und Lachen hat einem immensen Effekt auf das Wohlbefinden. Außerdem hilfreich kann ein Kurzurlaub sein.

(jk)

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