epa/Omer Messinger

Tino Chrupalla warnt vor Bürgerkrieg in Deutschland

1.3.2020 20:31 Uhr

"Eine alarmierende Verrohung der politischen Auseinandersetzung" hat nun der Vorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, beklagt. «Wenn das so weitergeht, dann haben wir hier in den nächsten Jahren einen Bürgerkrieg», sagte er am Samstag auf einem Landesparteitag der sächsischen AfD in Weinböhla.

Nach der Bluttat von Hanau sei die AfD zu «Handlangern rassistischer Morde» abgestempelt worden. Die AfD werde nicht nur politisch ausgegrenzt, sondern auch gesellschaftlich geächtet und isoliert. In Sachsen sei die Welt vielleicht noch halbwegs in Ordnung. «Im Westen jedoch ist das Bekenntnis zur AfD längst zur existenziellen Frage geworden.»

Chrupalla wirbt für verbales Abrüsten

Zugleich hinterfragte Chrupalla das Tun und Handeln der AfD und warb erneut für eine Selbstreflexion und ein verbales Abrüsten. Man werde die Situation nicht entschärfen, indem man sich auf die Methoden der Scharfmacher einlasse. Es gebe auch Entgleisungen in den eigenen Reihen, sagte Chrupalla und verwies auf das AfD-Heft «Nordrhein-Westfalen zum Ausmalen». Darin werden Stereotype bedient, die Kritiker als rassistisch werten - etwa indem Bewaffnete unter türkischer Flagge bei einem Autokorso gezeigt werden.

Vor Chrupalla wies der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland auf dem Landesparteitag eine Mitverantwortung seiner Partei für Gewalttaten wie die Morde in Hanau zurück.

(an/dpa)

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