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Thomas Gottschalk: Fernsehsender brauchen mehr Mut

17.3.2019 8:45 Uhr

Thomas Gottschalk weiß, dass er mit seiner neuen Büchersendung wohl kein Karasek sein wird. Aber das will der 68-Jährige auch gar nicht. Für ihn steht der Spaß im Vordergrund.

Der Moderator Thomas Gottschalk legt nach eigenen Worten keinen Wert auf Einschaltquoten im Fernsehen und fordert mehr Mut von den TV-Sendern. "Ich freue mich jetzt über die paar Hunderttausend, die mir zuschauen wollen", sagte der 68-Jährige vor dem Start seiner neuen Büchersendung "Gottschalk liest" der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). "Aus meiner Sicht sollten die Öffentlich-Rechtlichen aber viel häufiger einfach sagen: Die Quote geht uns am Arsch vorbei."

"Ich mache mir nichts vor: Das Fernsehen, wie ich es gelebt und geprägt habe und von dem ich geprägt wurde, gibt es ja nicht mehr", sagte Gottschalk, der am Dienstagabend im Bayerischen Fernsehen auf Sendung geht. "Dass mir der Bayerische Rundfunk eine Büchersendung zutraut, darauf muss man erst mal kommen." Er selbst habe die Idee dem Sender nahegebracht. "Mich muss man zum Lesen zwingen, deshalb mache ich eine Büchersendung, und hinterher denke ich, schön, dass ich das gelesen habe."

Gottschalk, der Durchschnittsdeutsche

Er selbst komme wie die meisten Bundesbürger auf eine Lektüre von zehn Büchern im Jahr: "Ich bin der Durchschnittsdeutsche - immer gewesen", betonte Gottschalk. "Ich gebe ja auch offen zu, dass ich mehr fernsehe als lese."Der Entertainer macht sich allerdings wenig Hoffnungen, dass er mit seiner Sendung massenhaft Zuschauer zu Bücherlesern mache. "Ich habe die Samstagabend-Unterhaltung nicht gerettet, von der ich sehr viel verstanden habe. Also werde ich auch das Lesen nicht retten, von dem ich relativ wenig verstehe." Für ihn stehe der Spaß im Vordergrund, er tue etwas für den Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen und freue sich, den eigenen Horizont zu erweitern.

(be/afp)

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