Keine Abschiebung: Thailand rettet junger Saudi-Arabierin das Leben

7.1.2019 10:41 Uhr

Rahaf Mohammed al-Kunun, die vor ihrer Familie nach Thailand geflüchtet ist, soll mit ihrem Einspruch gegen die Abschiebung nach Saudi-Arabien gescheitert sein. Dies teilte die Menschenrechtsanwältin Nadthasiri Bergman mit und teilte im gleichen Atemzug mit, dass man die Ablehnung anfechten wolle. "Sie haben den Antrag abgelehnt", sagte Bergman. "Sie sagen, wir haben nicht genügend Beweise."

Die 18-jährige Kunun ist nach eigenen Angaben vor ihrer Familie geflüchtet und fürchtet bei einer Rückkehr nach Saudi-Arabien um ihr Leben. In einem im Internet veröffentlichten Video war zu sehen, wie sie sich in ihrem Zimmer im Flughafenhotel mit Möbeln verbarrikadierte.

al-Kunun verweilt momentan im Hotelzimmer

Nach ihren eigenen Angaben und den Angaben von Human Rights Watch wurde Kunun am Sonntag an Bangkoks internationalem Flughafen von saudiarabischen und kuwaitischen Botschaftsvertretern gestoppt, die ihr den Pass wegnahmen. Die thailändische Einwanderungsbehörde erklärte, die 18-Jährige habe bei ihrer Ankunft weder Papiere noch ein Rückflugticket oder Geld besessen.

UPDATE (07.01.2019; 11:27 Uhr): Die Behörden in Thailand werden die aus Saudi-Arabien geflüchtete 18-jährige Rahaf Mohammed al-Kunun nach eigenen Angaben nicht zur Ausreise zwingen. "Wenn sie nicht ausreisen will, werden wir sie nicht zwingen", sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn, am Montag bei einer Pressekonferenz am Flughafen in Bangkok. Er kündigte zudem ein Treffen von Mitarbeitern des UN-Flüchtlingshilfswerks mit der jungen Frau an, die in ihrem Heimatland um ihr Leben fürchtet.

UPDATE (07.01.2019; 14:14 Uhr): Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat am Montag auf dem Flughafen von Thailands Hauptstadt Bangkok eine 18-jährige Frau aus Saudi-Arabien besuchen dürfen, der die Abschiebung in ihre Heimat droht. Nach Angaben einer UN-Sprecherin konnten Mitarbeiter mit der Frau sprechen. Zum Ergebnis wollte sie «aus Gründen der Vertraulichkeit» keine Angaben machen. Mehrere ausländische Regierungen hatten in Kontakt mit thailändischen Regierungsstellen Zugang des UNHCR zu der Frau erbeten. «Wir werden tätig aufgrund der humanitären Sorge um ihr Wohlergehen», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin dazu.

(be/afp)