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Thailand bestellt ausländische Diplomaten ein

9.4.2019 14:33 Uhr

Nachdem zehn ausländische Diplomaten einen Oppostionspolitiker zur Polizei begleiteten, wurden diese von der Militärregierung ins Außenministerium einbestellt. Darunter befindet sich auch ein Vertreter der deutschen Botschaft.

Die Diplomaten wurden wegen "Einmischung" in das Justizsystem des südostasiatischen Königreichs zum Gespräch ins Außenministerium gebeten, wie ein Ministeriumssprecher der dpa am Dienstag in Bangkok bestätigte. Hintergrund ist ein Verfahren gegen den Spitzenkandidaten der Partei Future Forward (FF), die bei der Parlamentswahl im vergangenen Monat auf dem dritten Platz landete.

Betrugsvorwürfe überschatten die Wahl

Die Diplomaten aus zehn Ländern hatten den Oppositionspolitiker Thanathorn Juangroongruangkit am Wochenende zu einem Termin bei der Polizei begleitet. Thanathorn drohen wegen "Aufwiegelung" bis zu zehn Jahre Gefängnis. Für Deutschland war ein hochrangiger Diplomat unterhalb der Botschafterebene dabei. In Thailand regiert seit einem Putsch 2014 das Militär. Die Wahl wird von Betrugsvorwürfen überschattet. Das Endergebnis wurde noch nicht bekanntgegeben. Dies soll erst am 9. Mai geschehen. Spekuliert wird, dass das FF-Ergebnis noch annulliert werden könnte.

Diplomaten dürfen keine Verfahren beobachten?

Thailands Außenminister Don Pramudwinai sprach ausländischen Diplomaten das Recht ab, solche Verfahren zu beobachten. "Solche Vorfälle sind in anderen Ländern noch nie passiert, und das darf auch hier nicht geschehen", sagte Don nach einem Bericht der Zeitung "Khao Sod". In der Vergangenheit kam es allerdings immer wieder vor, dass Diplomaten - auch Deutsche - bei juristischen Verfahren als Beobachter anwesend waren.

(be/dpa)