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TEMA: Bergbaulizenzen bedrohen Kaz-Gebirge in der Türkei

16.8.2020 23:04 Uhr

Laut einem Bericht der türkischen Stiftung zur Bekämpfung der Bodenerosion (TEMA) sind Lizenzen für Bergbaubetriebe in der Türkei ausgestellt worden, die 79 Prozent des Kaz-Gebirges in der nordwestlichen Provinz Canakkale abdecken.

Die Lizenzen wurden auf der Grundlage der Informationen der Generaldirektion für Bergbau und Erdölangelegenheiten (MAPEG) für rund 1,3 Millionen Hektar Land auf 1,7 Millionen Hektar Fläche erteilt, die die Grenzen des Kaz-Gebirges definieren. In dem Bericht der TEMA wurde festgestellt, dass die Berge 1994 als Nationalpark und 1998 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurden.

TEMA: "Das Kaz-Gebirge ist ein Weltkulturerbe"

"Das Kaz-Gebirge ist ein wichtiger Ort für wildlebende Tiere. Wissenschaftler haben bisher 800 verschiedene Pflanzenarten in der Region identifiziert. Das Kaz-Gebirge wurde in der Nationalen Tourismusstrategie für den Zeitraum 2007-2023 zum 'hochwertigen Tourismusgebiet' erklärt und es beherbergt verschiedene Kulturerbestätten, deren Fläche 103.000 Hektar Land umfasst", heißt es in dem Bericht.

Änderungen des türkischen Bergbaugesetzes lassen laut TEMA-Bericht die Aussicht auf Erteilung von Lizenzen für "jeden Zentimeter" des Kaz-Gebirges aufkommen. "Diese alten Kulturen und Naturgüter, die über Millionen von Jahren entstanden sind, werden gefährdet sein. Das Kaz-Gebirge ist ein Weltkulturerbe, das vor Bergbau geschützt werden muss", heißt es in dem Bericht.

(ce)

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