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Teheran rationiert Benzin

15.11.2019 16:20 Uhr

Der Iran hat wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise das Benzin rationiert und zugleich die Preise für Kraftstoff erhöht. Das gab das Ölministerium in der Nacht zum Freitag bekannt. Demnächst können die Iraner mit einer staatlichen Benzinkarte nur noch bis zu 60 Liter Benzin im Monat und zu einem Literpreis von umgerechnet 12 Cent tanken.

Alles darüber würde dann 24 Cent kosten, wie das Ministerium laut Nachrichtenagentur Irna bekannt gab. Bis jetzt betrug der Benzinpreis umgerechnet 10 Cent.

Ruhanis Angst vor der Inflation

Schon seit längerer Zeit wollte die Regierung von Präsident Hassan Ruhani die Benzinpreise erhöhen, hat es aber aus Angst vor einer Verschärfung der Inflation - und landesweiter Proteste - immer wieder verschoben. Der Benzinpreis gilt im Iran als die "Mutter aller Inflationen", weil danach alles im Land teurer wurde.

Wegen der erneuten US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit steckt das Land bereits seit Monaten in einer akuten Wirtschaftskrise. Besonders betroffen ist der Ölexport als Haupteinnahmequelle des Landes. Der Export des viertgrößten Ölproduzenten der Welt ist von 2,8 Millionen Barrel am Tag auf weniger als eine Million gesunken. Dementsprechend ist auch die nationale Währung Rial nur noch die Hälfte wert.

Präsident Ruhani bezeichnet die US-Sanktionen als "wirtschaftlichen Terrorismus", den das Land jedoch trotz der akuten Krise mit "Stolz und Widerstand" bewältigen werde. Die Benzinrationierung und Preiserhöhung zeigen jedoch, dass auch er die Wirtschaftskrise nicht schönreden könne.

(an/dpa)

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