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Tausende stürmen die Kaz Daglari um Goldminenprojekt zu verhindern

5.8.2019 14:45 Uhr

Die Kaz Daglari – oder "Gänse-Berge" - in der türkischen Provinz Canakkale sind eine der grünen Lungen des Nordwestens. Doch wie bekannt wurde, sorgt ein Goldminenprojekt für Ärger im Paradies. Am Montag kamen Tausende Naturschützer, Zivilverbände und Bürger zusammen, um gegen das Projekt zu protestieren, bei dem über 195.000 Bäume gefällt wurden und die einzige Trinkwasserversorgung in der Region durch die zum Goldabbau benötigten Chemikalien von Vergiftung bedroht ist.

"Wer die Natur zerstört, ist ein Vaterlandsverräter"

Die kanadische Betreiberfirma Alamos Gold und ihr örtlicher Partner Dogu Biga haben für ihre Goldmine bisher 195.000 Bäume gefällt. Zudem ist die Trinkwassersperre Atikhisar durch die im Goldabbau anfallenden Chemikalien bedroht. Seit dem 26. Juli kampiert eine Gruppe von Umweltschützern vor den Toren der zukünftigen Goldmine, um Aufmerksamkeit zu generieren. Heute bekamen die Naturschützer Unterstützung aus allen Ecken des Landes.

Wasser- und Gewissens-Mahnwache

Tausende Bürger, Zivilverbände und Umweltschutzgruppen reisten zu einem großen Protest an. Auch Abgeordnete der Oppositionsparteien, bekannte Journalisten und auch Prominente sind vor Ort, um gegen das Projekt zu protestieren und eine "Wasser- und Gewissens-Mahnwache" (Su ve Vicdan Nöbeti) zu realisieren.

Gemeinsam stürmten sie am Montagmittag das Gelände, um sich ein Bild von den Ausmaßen der Zerstörung zu machen. Die Gendarmerie versuchte die Bürger aufzuhalten, doch musste sich am Ende der Menge ergeben und den Weg freimachen.

Es wird erwartet, dass das Koordinationskomitee der Mahnwache am Nachmittag eine öffentliche Erklärung abgeben wird. Ob die Gänse-Berge doch noch gerettet werden können, bleibt fraglich. Auf jeden Fall haben die Naturschützer es geschafft, dass das Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik erneut zur Debatte steht.

(be)

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