dpa

Tausende gehen im Libanon auf die Straßen

18.10.2019 21:11 Uhr

Der Libanon steckt in einer wirtschaftlichen Krise. Über Steuerpläne der Regierung - die u.A. eine Gebühr für Whatsapp-Anrufe beinhalten - sind am Donnerstag Proteste ausgebrochen. Viele Geschäfte und Schulen blieben am Freitag geschlossen.

Dichte schwarze Rauchwolken lagen über Teilen der Hauptstadt Beirut, nachdem Demonstranten Straßenbarrikaden und Autoreifen angezündet hatten.

In der Nacht gingen Tausende Menschen in mehreren Städten auf die Straße. Sie protestierten unter anderem gegen eine von der Regierung geplante Gebühr auf Sprachanrufe über Dienste wie WhatsApp.

Tränengas gegen Demonstranten

Am Donnerstag hatte Informationsminister Dschamal Dscharra zunächst eine tägliche Gebühr von 0,20 US-Dollar auf die Nutzung von Kommunikationsdiensten wie WhatsApp bekanntgegeben. Nur Stunden später verkündete Telekommunikationsminister Mohammed Schukair, dass die Änderung nicht in Kraft treten werde. Die Proteste gingen dennoch weiter. Die Polizei setzte in Beirut Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Der Libanon mit 6,8 Millionen Einwohnern kämpft mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar, was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit.

(be/dpa)

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