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Tausende Franzosen gegen künstliche Befruchtung für alle

6.10.2019 22:53 Uhr

In Frankreich ist es am Sonntag zu Protesten gekommen, die sich gegen ein Gesetz richten, dass es alleinstehenden und lesbischen Frauen ermöglichen soll, sich künstlich befruchten zu lassen. Tausende haben auf der Straße darüber ihren Unmut bekundet, obwohl es in der Gesellschaft eine breite Mehrheit für das Gesetz gibt.

Mit Fahnen mit der Aufschrift "Freiheit, Gleichheit, Vaterschaft" marschierten die Demonstranten durch Paris. Die Behörden rechneten mit etwa 10.000 bis 20.000 Teilnehmern, deutlich weniger als bei den Großdemonstrationen gegen die Einführung der Homo-Ehe vor sieben Jahren, als Hunderttausende auf die Straße gingen. Jüngsten Umfragen zufolge befürworten 68 Prozent der Franzosen die Zulassung von künstlicher Befruchtung für Alleinstehende, 65 Prozent wollen lesbischen Frauen eine künstliche Befruchtung ermöglichen.

Zu der Demonstration hatte ein Bündnis aus rund 20 Verbände aufgerufen, die eigens zwei TGV-Züge und mehr als hundert Busse gechartert hatten, um Teilnehmer aus der Provinz in die Hauptstadt zu bringen. Die Nationalversammlung hatte das Gesetz zur künstlichen Befruchtung für alle Ende September in erster Lesung mit großer Mehrheit verabschiedet. Nun muss noch der Senat zustimmen. Die Neuregelung ist Kernbestandteil eines Bioethik-Gesetzes und gehörte zu den Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron.

(ce/afp)

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