Symbolbild: imago/Sebastian Backhaus

Tausende Dschihadisten noch frei und aktiv

26.3.2019 12:55 Uhr

In Syrien und Irak sind auch nach dem Fall der letzten Hochburgen des IS nach Einschätzung der internationalen Anti-IS-Koalition noch immer einige Tausend Anhänger der Terrormiliz aktiv. Der IS habe seine Strategie geändert und versuche, eine Untergrundorganisation zu bilden, sagte der Vize-Kommandeur der Koalition, Generalmajor Christopher Ghika, am Dienstag in einer Telefonschalte mit Journalisten.

Mit der Taktik von Aufständischen wollten die Extremisten die Sicherheit und den Wiederaufbau der Region untergraben.

Über den Aufenthaltsort von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi gebe es keine Informationen, erklärte Ghika weiter. Die Koalition sei aber der Auffassung, dass seine Bedeutung abgenommen habe.

Islamischer Staat ohne Staat

Die mit der Koalition verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten am Samstag die letzte IS-Bastion Baghus im Osten Syriens für befreit erklärt. Damit hat die Terrormiliz Islamischer Staat ihr gesamtes Herrschaftsgebiet in der Region verloren.

Der Verlust der territorialen Kontrolle bedeute jedoch nicht das Ende der Bedrohung durch den die dschihadistischen Kämpfer, warnte Ghika. Geflohene Anhänger versuchten, in andere Regionen Syriens oder in den Irak zu kommen. "Wir tun alles, um ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken", sagte er.

Bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt in der Region um die nordsyrische Stadt Manbidsch wurden in der Nacht auf Dienstag mindestens sieben Kämpfer getötet, die mit den SDF verbunden sind. Die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass eine Schläferzelle des IS dafür verantwortlich war.

(an/dpa)