Symbolbild: epa/Jorge Torres

Tausende auf der Flucht

16.4.2019 13:52 Uhr

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind etwa 62.000 Menschen seit Beginn der Unruhen in Nicaragua geflohen. Die meisten, insgesamt 55 000, fanden im Nachbarland Costa Rica Zuflucht, wie eine Sprecherin am Dienstag in Genf sagte.

Immer öfter nähmen Familien mit kleinen Kindern stundenlange Märsche auf sich, um zu fliehen. 29.500 Menschen hätten bis Ende März in Costa Rica um Asyl gebeten, unter ihnen Ärzte, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Bauern.

Unruhe seit April 2018

Die Unruhen begannen Mitte April 2018 mit Protesten gegen eine umstrittene Sozialreform der Regierung von Präsident Daniel Ortega. Die Regierung wollte die Demonstrationen zerschlagen. Mindestens 325 Menschen kamen nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) ums Leben, zahlreiche wurden festgenommen. Die Opposition fordert Neuwahlen, ein Ende der Repression und eine freie Presse.

Das UNHCR hilft nach eigenen Angaben Costa Rica bei der Bewältigung der Asylanträge mit Fachpersonal und Ausbildung, und es unterstütze Schulen, die Kinder aus dem Nachbarland aufnehmen, mit Möbeln und Schulmaterial. "Ohne politische Lösung der Krise in Nicaragua werden aber wahrscheinlich mehr Menschen fliehen", sagte UNHCR-Sprecherin Liz Throssell.

(an/dpa)