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Türkisches Unternehmen baut Mega-Wohnprojekt in Angola

31.5.2019 23:03 Uhr

Eine türkische Baufirma wird in Angola ein Mega-Wohnungsbauprojekt starten, das das größte soziale Wohnungsbauprojekt im Südwesten Afrikas darstellt. Insgesamt 10.000 Wohneinheiten für angolanische Lehrer sollen von der Onsan Gruppe gebaut werden - einem türkischen Bauunternehmen, das seit mehr als 40 Jahren tätig ist.

"Wir haben mit der angolanischen Regierung ein Vertragswerk über den Bau dieser Residenzen unterzeichnet", sagte Firmenchef Fikri Coskun und fügte hinzu, dass die Gesamtinvestition für das Projekt 466 Millionen Euro betragen würde. Das Unternehmen hat auch ein weiteres Multi-Milliarden-Euro-Wohnprojekt aus staatlicher Hand erhalten und zwar für die Streitkräfte des Landes. Das 2,5-Milliarden-Euro-Projekt, das 40.000 Wohneinheiten einschließt, wurde 2016 gestartet und soll in den nächsten zwei Jahren abgeschlossen werden.

Angola soll auch für andere türkische Geschäftsleute interessant werden

"Wir werden den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum ersten Spatenstich für das Wohnungsbauprojekt einladen, der in diesem Jahr stattfinden wird", sagte Coskun. Coskun betonte, dass sie von angolanischen Beamten herzlich begrüßt wurden, als sie ankamen. "Angolaner lieben die Türken", sagte er und wies darauf hin, dass das Land die Investitionen schätze. "Es wird für die Türkei von Vorteil sein, wenn wir Angola einen hohen Stellenwert einräumen und dort mehr türkische Geschäftsleute anziehen", sagte Coskun und forderte die türkischen Geschäftsleute auf, ihren Horizont zu erweitern.

Er hob hervor, dass Angola seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 erhebliche wirtschaftliche und politische Fortschritte erzielt habe und sagte: "Die angolanische Wirtschaft wird in naher Zukunft mit Europa und Dubai konkurrieren." Er fuhr fort, dass das Land reich an Öl, Diamanten, Gold und Silber ist. "Wir haben festgestellt, dass die Interaktion zwischen der Türkei und Angola begrenzt ist", sagte Coskun und fügte hinzu, das Hauptproblem sei das Fehlen einer diplomatischen Vertretung im Land. Er fuhr fort, dass es einmal fast sechs Monate gedauert habe, ein Visum für Angola zu bekommen. Er betonte die Bemühungen von Erdogan und sagte, die Türkei habe beschlossen, eine diplomatische Mission in der Hauptstadt Luanda zu eröffnen.

Ehemalige portugiesische Kolonie

Die türkische Botschaft in Luanda wurde 2010 als Zeugnis des Engagements für die bilaterale Entwicklung bilateraler politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen eingeweiht. Als Reaktion darauf eröffnete Angola 2013 eine Botschaft in Ankara, um die Beziehungen zu vertiefen. Im Zusammenhang mit dem Wohnungsbauprojekt erklärte der türkische Botschafter in Angola Alp Ay, Angola sei "von türkischen Firmen noch nicht entdeckt worden. Ich freue mich, dass einige wichtige türkische Firmen ein starkes und konkretes Interesse an wichtigen Projekten in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr, Bergbau, Abfallwirtschaft, Tourismus und Bauwesen zeigen", sagte er weiter.

Angola, eine ehemalige portugiesische Kolonie, erlangte 1975 die Unabhängigkeit von Portugal. Das Land erlebte später einen 27-jährigen Bürgerkrieg, der 2002 endete.

(Hürriyet.de)