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Türkisches Außenhandelsdefizit sinkt im Mai um 77 Prozent

28.6.2019 20:27 Uhr

Das türkische Außenhandelsdefizit ging im Mai um 77 Prozent im Jahresvergleich zurück, meldet das Statistikamt des Landes. Grund: Die Importe sind schneller zurückgegangen und die Exportquoten aufgrund des Kursvorteils stiegen. Hauptabnehmer für türkische Exporte ist die EU und hier liegt Deutschland weit vorne.

Das Außenhandelsdefizit der Türkei ging im Mai des Jahres auf rund 1,64 Milliarden Euro zurück, wie das türkische Statistikamt TÜIK am Freitag auf seiner Webseite bekanntgab. Das Importvolumen der Türkei ging in diesem Zeitraum um 19 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zurück, während die Exporte um 12 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro zulegten. Dies war der bisher größte Anstieg in diesem Jahr.

Das Außenhandelsdefizit hatte sich bereits im April im Jahresvergleich zu 2018 um 56 Prozent verringert, als die Importe um 15 Prozent sanken. Das Handelsbilanzdefizit der Türkei gegenüber dem Rest der Welt hat sich im vergangenen Jahr deutlich verringert und die Wirtschaft in eine Rezession getrieben. Verluste der türkischen Lira verteuern die Importn für die Verbraucher, helfen aber den Unternehmen, die einen hohen Exportanteil im Unternehmens-Portfolio haben ungemein dabei, mehr an Waren in die internationalen Märkte abzusetzen.

Russland größte Exportnation für Waren in die Türkei

Im Monatsvergleich stiegen die Exporte um 8,1 Prozent und die Importe um 4,1 Prozent. Die Daten sind saison- und kalenderbereinigt. Die türkische Wirtschaft ist im ersten Quartal im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Jahres 2018 um 1,3 Prozent gewachsen. Dies bedeutet, dass nach zwei aufeinander folgenden Quartalen mit negativem Wachstum in der zweiten Hälfte des Vorjahres wieder ein Wachstum zu verzeichnen ist.

Der Deckungsgrad zwischen Exporten und Importen stieg im vergangenen Monat von 64,6 Prozent im Mai 2018 auf 89,7 Prozent im Kalenderjahr 2019. Deutschland war der landesweit größte Exportmarkt der Türkei und erhielt türkische Waren im Wert von 1,34 Milliarden Euro, was einen Anteil von 9,2 Prozent an den Gesamtexporten des Landes bedeutet. Es folgten Italien, Großbritannien und die USA auf den Plätzen. Das größte Importvolumen in die Türkei hatte Russland mit einem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro. China lag mit 1,43 Milliarden Euro direkt dahinter und ließ damit Deutschland auf dem dritten Rang, das ein Importvolumen von 1,4 Milliarden Euro erzielte. Auf dem vierten Platz rangieren die USA mit einem Importaufkommen von 900 Millionen Euro.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lag das gesamte Außenhandelsdefizit der Türkei bei 10,4 Milliarden Euro, was einen Rückgang im Jahresvergleich von 67 Prozent bedeutete. Den Löwenanteil an den türkischen Exporten erzielt das verarbeitende Gewerbe mit 94,5 Prozent – 61,42 Milliarden Euro.

(Hürriyet.de)