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Türkischer Jetbetreiber bietet Japan Hilfe bei Ermittlungen an

9.1.2020 14:03 Uhr

Die Charterfirma MNG, deren Flugzeuge für die Flucht des Ex-Nissan-Autobosses Carlos Ghosn von Japan über Istanbul in den Libanon genutzt wurden, hat sich mit dem japanischen Botschafter in der Türkei getroffen, um Hilfe bei den Ermittlungen anzubieten.

Bereits als bekannt wurde, dass Ghosn kurz vor dem Jahreswechsel mit zwei Charterflugzeugen der MNG in den Libanon reiste, hatte die Fluggesellschaft Anzeige wegen der Nutzung ihrer Flugzeuge erstattet.

Am Mittwoch gab es ein Treffen zwischen MNG Jet mit dem japanischen Botschafter. Ein Sprecher erklärte: "Das Unternehmen hat sich mit dem japanischen Botschafter in Ankara getroffen, um den Ermittlungsbehörden seine Hilfe anzubieten". MNG Jet unterstrich bis jetzt, dass das Unternehmen nicht über den Passagier Ghosn unterrichtet worden sei. Ein Mitarbeiter habe Dokumente gefälscht, um die Flucht zu organisieren. Gegen diesen sei Anzeige erstattet worden.

Auch die türkische Polizei ermittelt weiter

Unabhängig davon ermitteln türkische Sicherheitsbehörden weiter, wie Ghosn auf dem eigentlich für den Betrieb gesperrten Istanbuler Atatürk Flughafen die Flugzeuge wechseln konnte. Wie Justizminister Abdulhamit Gül mitteilte, hätten die japanischen Behörden bis jetzt keine Kooperation oder weitere Informationen angefordert.

Libanon verhängt Reisesperre über Ghosn

Währenddessen hat das Land, in welches Carlos Ghosn geflüchtet ist, eine Ausreisesperre für den Ex-Automanager verhängt, wie es aus Justizkreisen in der Hauptstadt Beirut heißt, eine offizielle Bestätigung steht dazu allerdings noch aus.

Gegen Carlos Ghosn besteht eine sogenannte "Rote Notiz" von Interpol – ein internationaler Fahndungsaufruf also. Japan habe darum ersucht, den 65-Jährigen verhaften zu lassen. Allerdings gibt es zwischen Japan und dem Libanon kein Auslieferungsabkommen, was eine Auslieferung äußerst unwahrscheinlich werden lässt. Carlos Ghosn verfügt neben der libanesischen auch die französische und brasilianische Staatsbürgerschaft.

(Berna Ehrhardt)

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