Ordu Belediyesi/Twitter

Türkische Städte persiflieren Bananen-Kunst von Art Basel

12.12.2019 18:17 Uhr

Eine Banane mit Duct-Tape für 120000 Dollar? Dieses "Kunststück" einer Bananen-Installation bei der Art Basel in Miami nahmen diverse türkische Städte zum Anlass für eine humorvolle Werbekampagne.

Mehrere Stadtverwaltungen zeigen auf ihren Twitterkonten Persiflagen des Kunstwerks - und preisen damit örtliche Spezialitäten an.

Auf dem Twitterkonto der Provinzhauptstadt Kayseri in der Zentraltürkei prangt zum Beispiel ganz oben das Bild einer mit silbernem Klebeband an die Wand gepappten Scheibe Pastirma. Kayseri ist berühmt für das gedörrte Rindfleisch. Daneben steht: "Die, die nicht in Kayseri Pastirma essen, kleben Bananen an die Wand und preisen sie mit 120 000 Dollar aus. Wir erwarten Sie in der Stadt mit der reichen Küche zum Pastirma-Essen."

Lecker Banane

Hintergrund ist eine Aktion des Aktionskünstlers David Datuna, der jüngst auf der Art Basel eine für umgerechnet 108 500 Euro als Installation verkaufte Banane des Künstlers Maurizio Cattelan von der Wand genommen und verspeist hatte. Sie war mit Klebeband befestigt gewesen. Das Video vom Vorfall wurde im Internet zum Hit.

"Wir warten auf Käufer"

Als Vorreiter der türkischen Twitter-Kampagne hatte sich die nordosttürkische Provinzhauptstadt Ordu schon am Montag für das Bild einer klebebandbefestigten Nuss entschieden. Die Türkei gilt als einer der weltgrößten Produzenten von Haselnüssen (Nutella ist Kunde) und Ordu als ein Zentrum der Industrie. Über dem Bild der Nusskunst steht: "Jetzt ist es wirklich ein Kunstwerk, wir warten auf Käufer." Man habe der internationalen Debatte über Kunst und Geld etwas Humor hinzufügen wollen, sagte Ordus Beauftragter für soziale Medien, Abdurrahman Erzurum, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Die Schwarzmeer-Stadt Trabzon wiederum klebte via Twitter einen Fisch an die Wand ("Das nennt man Kunstwerk. Es ist sogar besser gedünstet") und das südosttürkische Sanliurfa eine rote Peperoni oder Chilischote, unter den Worten "Unser unbezahlbares Kunstwerk".

(be/dpa)

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