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Türkische Regierungspartei AKP hofft auf deutsche Rüstungsexporte

29.11.2018 11:19 Uhr

Angesichts der Entspannung in den deutsch-türkischen Beziehungen erwartet die türkische Regierungspartei AKP im nächsten Jahr Rekordwerte bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Der stellvertretende Vorsitzende Cevdet Yilmaz sagte der Deutschen Presse-Agentur, er gehe von einer Steigerung des Handelsvolumens von voraussichtlich mehr als 40 Milliarden US-Dollar (35 Milliarden Euro) in diesem auf bis zu 50 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) im nächsten Jahr aus. "Das kann leicht erreicht werden, wenn man sich die Größe unserer Volkswirtschaften anschaut."

Regionale und globale Sicherheit durch Waffenexport?

Yilmaz hofft darauf, dass eine wieder wachsende wirtschaftliche Zusammenarbeit auch den heiklen Rüstungssektor einschließt. Zuletzt hatte die Bundesregierung wegen der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen und des türkischen Eingreifens in den Syrien-Krieg kaum noch Lieferungen von Waffen und anderen Rüstungsgütern an die Türkei genehmigt.

"Die Türkei und Deutschland sind Verbündete. Also sollten wir für regionale und globale Sicherheit zusammenarbeiten", sagte Yilmaz. Das schließe die Kooperation im Rüstungssektor zum Vorteil beider Seiten ein.

Die Auswirkungen des Putschversuchs 2016 bei deutschen Touristen

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind nach fast zwei Krisenjahren nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 seit Jahresanfang wieder auf dem Weg der Besserung. Yilmaz verspricht sich davon auch, dass die Rekordzahl deutscher Touristen von 5,6 Millionen aus dem Jahr 2015 im nächsten Jahr übertroffen wird.

In diesem Zusammenhang kritisierte er die Reisehinweise des Auswärtigen Amts, das deutsche Staatsbürger weiterhin vor willkürlichen Festnahmen warnt. "Die Türkei verdient solche Interpretationen und Ansätze nicht", sagte Yilmaz. Die Festnahmen seien rechtmäßig gewesen. "Niemand kann das willkürlich machen." Derzeit sind noch fünf deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert. Ihnen wird in der Regel Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen.

(be/dpa)