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Türkische Lira unter Druck

6.5.2019 13:54 Uhr

Die unklare Situation, ob die Kommunalwahlen von Istanbul wiederholt werden müssen oder nicht, sorgt für nachhaltige Irritationen am Währungsmarkt. Am Montag hat die Landeswährung der Türkei im Vergleich zum Euro und zum US-Dollar bis zum Mittag mehr als einen Prozentpunkt an Wert eingebüßt.

Spekulationen auf eine Wiederholung der Kommunalwahlen in Istanbul lasten auf der türkischen Währung. Ein Dollar kostete am Montag erstmals seit Oktober wieder mehr als sechs Lira. "Das Hauptthema für Investoren ist gerade, ob die Wahlen wiederholt werden oder nicht", sagte Analystin Beste Naz Sullu vom Vermögensverwalter Gedik Investment. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte eine erneute Abstimmung, weil es seiner Ansicht nach Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll. Die Republikanische Volkspartei CHP war bei den Wahlen am 31. März mit 0,2 Prozentpunkten Vorsprung auf den AKP-Kandidaten zum Sieger ernannt worden.

Für zunehmende Unsicherheit bei Türkei-Investoren sorge auch die anziehende Inflation. Zwar fiel der Preisanstieg im April etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Ein unklarer Kurs der türkischen Notenbank habe aber in den vergangenen Tagen für Nervosität unter Anlegern gesorgt, erläuterte Analyst Tatha Ghose von der Commerzbank. Die türkische Zentralbank hatte den Leitzins bei ihrer Zinsentscheidung Ende April konstant bei 24 Prozent gelassen und erwägen außerdem keine weitere Erhöhung.

(Reuters)