imago images / ZUMA Press

Türkische Lira auf Acht-Monats-Tief

9.5.2019 14:02 Uhr

Die Türkische Lira befindet sich aktuell unter massivem Kursddruck. Nach der Ankündigung, die Kommunalwahlen in Istanbul zu wiederholen, reagieren Anleger verschreckt und die Lira verlor gegenüber dem Euro und dem US-Dollar massiv. Tageskurse von rund 7 Lira zu Euro und 6,24 zum US-Dollar trieben die Notenbank dazu einzugreifen. Die wöchentlichen Refinanzierungsgeschäfte wurden ausgesetzt.

Der Kursrückgang der türkischen Lira hat am Donnerstag die Notenbank auf den Plan gerufen. Die Währungshüter setzten das wöchentliche Refinanzierungsgeschäft aus, um damit ihre Geldpolitik zu straffen und die Lira zu stützen. Die türkische Währung hat zuletzt deutlich nachgegeben und markierte zum Dollar mit 6,24 Lira ein Acht-Monats-Tief. Auslöser ist die Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul. Investoren befürchten, dass auf das Land Monate der Unsicherheit bis zum Urnengang am 23. Juni zukommen.

Das Aussetzen von Refinanzierungsgeschäften ist eine Möglichkeit für Notenbanken, der Währung unter die Arme zu greifen. Das sei aber nur eine Notfallmaßnahme, sagte Tim Ash, Schwellenländer-Stratege beim Vermögensverwalter BlueBay. "Das wirkliche Problem ist die fehlende Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik." Die türkische Zentralbank hatte bereits eine Woche vor der Kommunalwahl am 22. März die Währung gestützt. Seither hat die Lira aber mehr als zehn Prozent an Wert verloren.

(Reuters)