ILGA Europe

Türkei Zweiter auf der Homophobieliste in Europa

16.5.2019 6:07 Uhr

Die Türkei ist das zweitschlechteste Land in Europa im Bereich der LGBT-Gleichstellungspolitik und in Bezug auf Gleichstellungsgesetze von Homosexuellen und Transmenschen. Aserbaidschan und Armenien liegen an erster und dritter Stelle, heißt es in einem Bericht der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans und Intersex Association (ILGA) in Europa.

Die Türkei erzielte 5 Prozent auf einer Skala, bei der Null auf schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen hindeutet und 100 Prozent den höchsten Grad an gesetzlicher Gleichstellung für Homosexuelle und Transmenschen darstellen, heißt es in dem Bericht. Aserbaidschan liegt mit 3 Prozent auf dem letzten Rang und Armenien mit 6 Prozent auf dem drittletzten Platz.

Malta wieder Spitzenreiter bei LGBTI-Rechten in Europa

Das Ranking analysierte Gesetze und Richtlinien zu LGBT-Themen in 49 europäischen Ländern im vergangenen Jahr. Das europaweite Ranking zeigt für LGBT-Communities in Teilen Osteuropas eine besonders schwache Gleichstellungsebene. Am anderen Ende der Skala belegte Malta mit 90 von 100 Prozent im vierten Jahr in Folge den ersten Platz, gefolgt von Belgien mit 73 Prozent und Luxemburg mit 70.

Micah Grzywnowicz, Vize-Vorsitzender des ILGA-Europe-Exekutivrats, sagte, dass wirksame Gesetze und Richtlinien zur Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen sowohl für die Gesellschaft als auch für das brandaktuelle Thema der Gleichstellung von Ehen "entscheidend" seien. "Die Länder, die ihren Gesetzgebungshorizont erweitern, um diese Vision der Gleichstellung von LGBTI-Personen umzusetzen, sind diejenigen, die Fortschritte machen", sagte sie. "Wir sind erfreut, weiterhin Beispiele von Regierungen zu sehen, die ihre Führung in diese Richtung demonstrieren, wie es Luxemburg und Finnland im vergangenen Jahr getan haben."

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten, aber Mitglieder der LGBTI-Gemeinschaft sind zahlreichen rechtlichen Einschränkungen und gesellschaftlichen Feindseligkeiten ausgesetzt, wobei gleichgeschlechtliche Ehen immer noch nicht anerkannt werden. Homophobie und Transphobie sind im Land weit verbreitet, in dem LGBTI-Pridemärsche seit drei Jahren verboten sind.

(Hürriyet.de)