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Türkei zittert sich gegen Island in die EM-Endrunde

14.11.2019 20:49 Uhr, von Chris Ehrhardt

Bereits vor dem EM-Qualifikationsspiel der Türkei gegen Island standen die Zeichen nicht auf Sturm, sondern eher auf einen Grottenkick, der rein ergebnisorientiert war. Und so kam es tatsächlich. In einem durch die Bank schlechten bis sehr schlechten Qualifikationsspiel, hielt das Team von Trainer Senol Günes die 0 und das Remis, welches dazu reicht, an der Endrunde der EM2020 teilzunehmen. Tritt man dort allerdings ähnlich fad, blutleer, ideenlos und erbärmlich auf, wird die Euro2020 schnell beendet sein.

Die Erwartungen in der Türkei vor dem Spiel gegen Island in der Gruppe H der EM-Qualifikation waren haushoch. Die Fans wollten den Einzug in die EM-Endrunde. Vor dem Spiel war klar, ein dreckiges Remis würde den Türken reichen, nach Jahren der Abstinenz bei internationalen Wettbewerben wäre man endlich wieder einmal dabei. Und auch wenn Trainer Senol Günes sagte, sein Team würde nicht auf Ergebnis spielen, hat er das Denken wohl nicht aus den Köpfen seiner Spieler bekommen. Man agierte sehr nervös, leistete sich viele einfache Ballverluste und wagte sich nicht zu weit nach vorne. Das galt für beide Teams. Die Zuschauer versuchten ihr Team, die Milli Takim, frenetisch nach vorne zu peitschen. Die ließen aber auf dem Platz all das vermissen, was das Team in den Spielen gegen Frankreich auszeichnete. So ging es mit einem faden 0:0 in die Pause.


Die zweiten 45 Minuten knüpften nahtlos da an, wo die erste Halbzeit aufhörte. Aufregung gab es in der 55. Minute und die basierte auf Kommissar Zufall. Burak Yilmaz wollte flanken, der Ball rutschte ihm über den Schlappen und landete aus Versehen am Gebälk – eine Aktion, die symptomatisch für die Partie war. Ab der 78. Minute drehten die Wikinger aus Island dann schon fast erwartet am Gasdrehgriff. Der Lucky Punch sollte her. Und das hätte in der 81. Minute auch fast funktioniert. Wie zu erwarten nach einer Standardsituation. Ecke von der linken Seite, Gewusel im Strafraum, Kopfball und es war Merih Demiral von Juventus Turin, der Millimeter vor der Linie klärte. Die Türkei parkte nun gleich drei Busse hinten, um nur nicht das Last-Minute-Tor zu kassieren, was sie in den letzten Partien genießen durften. Eine gefährliche Situation gab es noch für die Halbmondkicker und wieder war es ein Zufallsprodukt. Diesmal verrutschte Yusuf Yazici eine Flanke total und trudelte an die Latte. Am Ende blieb es beim 0:0, was dann für die Türkei und auch Frankreich den Einzug in die Endrunde in der Gruppe H bedeutete. Durch den Punktverlust drohen bei der EM-Auslosung als wahrscheinlicher Gruppenzweiter, wenn Frankreich nicht noch patzen sollte, die richtig dicken Brocken. Allein die Chance auf den Gruppensieg hätte Triebfeder für mehr am heutigen Abend sein sollen und sein müssen.

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