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Türkei will "in Kürze" in Syrien einmarschieren

9.10.2019 11:15 Uhr

In der Nacht auf Mittwoch wurde in der US-amerikanischen Zeitung "Washington Post" ein Meinungsbeitrag des türkischen Präsidentensprechers Fahrettin Altun veröffentlicht. Laut diesem wolle die Türkei "in Kürze" in Nordsyrien einmarschieren.

«Das türkische Militär, zusammen mit der Freien Syrischen Armee, wird die türkisch-syrische Grenze in Kürze überqueren», schrieb Altun. Bei der Freien Syrischen Armee (FSA) handelt es sich um von der Türkei unterstützte syrische Rebellen.

Kurdische Quellen in Nordsyrien sagten am Mittwochmorgen, es sei bisher ruhig. Sie wüssten aber von weiteren türkischen Verstärkungen an der Grenze. In einer Stellungnahme der von den Kurden dominierten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) hieß es: «Alle Indizien - Informationen aus dem Feld und militärischer Aufbau auf der türkischen Seite der Grenze - deuten darauf hin, dass unsere Grenzregion von der Türkei und der mit ihnen verbundenen syrischen Opposition angegriffen wird.»

Die SDF rief die «internationale Gemeinschaft und alle Ländern der internationalen Koalition gegen den IS» dazu auf, «ihrer Verantwortung nachzukommen und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern».

Chaotische Zustände

Erdogan hatte am Samstag erneut eine baldige Offensive in Nordsyrien angekündigt. Dort kontrollieren im Grenzgebiet zur Türkei die kurdischen YPG-Milizen Gebiete. Die Türkei betrachtet sie als Terroristen. Für die USA waren sie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein enger Verbündeter.

Das Weiße Haus signalisierte allerdings zum Wochenbeginn, man werde sich einer Offensive nicht in den Weg stellen, und zog US-Truppen aus der betroffenen Grenzregion ab. Später vollzog US-Präsident Donald Trump teilweise eine Kehrtwende und drohte der Türkei, dass jede «ungezwungene oder unnötige» Kampfhandlung für ihre Wirtschaft und Währung «verheerend» würde.

(be/dpa)

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