epa/Olivier Hoslet

Türkei weist Kritik der EU zurück

7.4.2019 15:07 Uhr

Die Türkei hat die kritischen Stimmen des EU-Kommissionsvizechefs im Streit um das Ergebnis der Kommunalwahl in Ankara zurückgewiesen. Man sei überrascht und enttäuscht von den Äußerungen Frans Timmermans, erklärte der türkische Außenamtssprecher Hami Aksoy am Sonntag. Diese zeigten die «doppelten Standards» der EU. Man müsse die Einspruchszeit bei der Wahlbehörde respektieren.

Timmermans hatte die islamisch-konservative Regierungspartei AKP zuvor dazu aufgefordert, das Ergebnis der Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag zu respektieren.

Hauchdünner Vorsprung vor der AKP

Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Ekrem Imamoglu hatte das Bürgermeisteramt nach vorläufigen Ergebnissen mit einem hauchdünnen Vorsprung vor seinem AKP-Gegner gewonnen. Die AKP legte daraufhin Einspruch ein und erwirkte in mindestens 18 der 39 Bezirke Nachzählungen. Nach Angaben der CHP sind bereits mehr als 70 Prozent dieser Nachzählungen abgeschlossen. Imamoglu liegt demnach mit 17 132 Stimmen vorne. Auch in der Hauptstadt Ankara legte die AKP Einspruch ein, dort führt der Kandidat der CHP jedoch mit größerem Abstand.

Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag betont, das letzte Wort habe die oberste Wahlbehörde in Ankara (YSK). Wann diese das Endergebnis verkündet, ist jedoch noch unklar. Regierungsnahe Medien rechnen mit einer Erklärung Ende der Woche. AKP-Sprecher Ömer Celik sagte am Samstag, seine Partei werde das Endergebnis akzeptieren.

(an/dpa)