imago images / ITAR-TASS

Türkei: Waffenruhe ist Erfolg Erdogans

12.1.2020 12:04 Uhr

Die türkische Regierung hat die in der Nacht zum Sonntag in Kraft getretene Waffenruhe in Libyen und die neue Kampfpause im Norden Syriens als Erfolg von Präsident Recep Tayyip Erdogan gewertet.

«Die Abkommen für eine Waffenruhe mit Libyen und Idlib, die mit den intensiven Bemühungen unseres Präsidenten eingetreten sind, sind klare Ergebnisse der Friedensdiplomatie, die die Türkei verfolgt», twitterte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Sonntag.

Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin hatten nach einem Treffen in Istanbul am Mittwoch eine Waffenruhe in Libyen angemahnt. Dort herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Der einflussreiche General Chalifa Haftar kämpft mit der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch um die Macht.

Waffenruhe zugestimmt

Haftar hatte in der Nacht zum Sonntag einer Waffenruhe zugestimmt. Russland steht, wie auch Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, auf seiner Seite. Die Türkei unterstützt die Regierung von Al-Sarradsch. Ankara hat jüngst trotz internationaler Kritik damit begonnen, eigene Soldaten nach Libyen zu schicken.

Einem Bericht der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, der sich auf eine nicht genannte diplomatische Quelle beruft, sollte Al-Sarradsch am Sonntag Erdogan besuchen.

Waffenruhe erster Schritt zu politischer Lösung

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte twitterte, die Waffenruhe sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer politischen Lösung. Conte hatte Mitte der Woche Haftar in Rom zu Konsultationen empfangen. Am Samstag sprach er in Rom mit Al-Sarradsch. Am Montag will er eigenen Angaben zufolge Erdogan in der Türkei treffen.

Die Waffenruhe in Idlib im Nordwesten Syriens, dem letzten großen Rebellengebiet, sollte russischen Angaben nach Donnerstagnachmittag beginnen, türkischen Angaben zufolge in der Nacht auf Sonntag.

(be/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.