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Türkei verhandelt mit USA um Fortsetzung der Ölimporte

26.4.2019 19:07 Uhr

Die Türkei steht in Verhandlungen mit den USA, um doch noch weiterhin Erdöl aus dem Iran importieren zu dürfen. Die USA hatten kürzlich die Ausnahmeregelung gekippt, die es der Türkei und sieben weiteren Ländern erlaubte, das Öl zu importieren. Am 2. Mai soll diese Regelung nicht mehr gelten.

Das iranische Rohöl sei sehr geeignet für die Kapazitäten des türkischen Raffineriekonzerns Tüpras. "Wir versuchen, die USA in dieser Sache zu überzeugen. Unsere Gespräche gehen weiter, und wir hoffen, dass wir in der kommenden Zeit etwas erreichen", sagte der Sprecher des Außenministeriums Hami Aksoy am Freitag.

Die USA hatten im November ihre bislang härtesten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Sie zielen in erster Linie auf die iranische Ölindustrie ab, die größte Einnahmequelle des Landes. Zunächst hatte die US-Regierung acht Ländern - darunter die Türkei, China und Indien - erlaubt, sechs Monate weiter ungestraft iranisches Öl zu importieren. Anfang der Woche hatte sie aber dann verkündet, dass diese Ausnahmen ab dem 2. Mai nicht mehr gelten. Sollten die Staaten weiter Öl aus dem Iran beziehen, drohen ihnen Sanktionen der Amerikaner.

90 Prozent importiertes Rohöl

Die Türkei ist für die Deckung ihres Energiebedarfs fast vollständig von Importen abhängig. Sie importiere 90 Prozent des Rohöls, das sie für ihren Energiebedarf brauche, sagt der Energieexperte Necdet Pamir. Im Jahr 2017 seien 45 Prozent aus dem Iran gekommen. Der Raffineriekonzern Tüpras habe allerdings aus Sorge wegen der Sanktionen bereits begonnen, weniger Öl aus dem Iran einzukaufen.

Auf die Frage eines Journalisten nach Berichten über einen "neuen Handelsmechanismus zwischen der Türkei und dem Iran zur Vermeidung von US-Sanktionen" sagte Aksoy: "Ich kann sagen, dass unser Handelsministerium daran arbeitet." Das könnte allerdings die sowieso schon angespannten türkisch-amerikanischen Beziehungen weiter belasten. Unter anderem gibt es Streit um den türkischen Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems, das aus Sicht der USA die Sicherheit von Nato-Verteidigungssystemen beeinträchtigen würde.

(be/dpa)